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Wohneigentum leicht verteuert, Mieten steigen

02.07.2019  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Immobilienverband Deutschland (IVD West).

Die Wohnungsmieten sind im Landesdurchschnitt in den vergangenen zwölf Monaten um 4,1 Prozent gestiegen. Nach einem Plus von über 8 Prozent im Vorjahr ist dies eine deutliche Entschleunigung des Marktgeschehens. Die Verkaufspreise für Einfamilienhäuser nahmen mit einer Steigerung von 3 Prozent eine stabile Entwicklung. Eigentumswohnungen verteuerten sich im Landesschnitt um 5,5 Prozent.

Dies geht aus dem neuen Immobilienpreisspiegel Saarland 2019 hervor, den der Immobilienverband IVD West herausgibt und in dem 14 Kommunen untersucht werden. Dabei ist zu beobachten, dass sich die vor zwei Jahren beginnende Konsolidierungsphase auf dem Kaufimmobilienmarkt fortsetzt. Zwar sind weiterhin Nachholeffekte einer langen Phase ohne jegliche Verteuerung feststellbar, doch Steigerungsraten im zweistelligen Prozentbereich sind kaum mehr zu beobachten. Das Phänomen der Landflucht und die ungebrochene Tendenz zu mehr Singlewohnungen sind spürbar und lassen die Bevölkerung in den größeren Zentren weiterhin anwachsen. Allerdings kam es auch in den ländlichen Regionen nicht zu Preisnachlässen. Positive Entwicklungen auf den Immobilienmärkten können die Bildungs-, Verwaltungs- und Handelszentren Saarbrücken, Homburg und Saarlouis verzeichnen. Sie ziehen besonders Studenten und Gewerbetreibende an.

Burkhard Blandfort, Vorsitzender des Immobilienverbands Deutschland, IVD West, ordnet die aktuelle Marktentwicklung dahingehend ein, dass Investitionen in Wohneigentum auch im achten Jahr der Niedrigzinsphase lohnend sind: „Investitionen in Immobilien sind weiterhin empfehlenswert und sicher – gerade bei uns im Saarland. Denn Verwerfungen, wie sie in den großen Metropolregionen bisweilen zu beobachten sind, fehlen hier völlig.“ Eigentumswohnungen sind dabei die Immobilien mit der höchsten Nachfrage. Familien mit mittleren und gehobenen Einkommen zieht es ebenfalls als Eigennutzer zum Immobilienkauf. Um auch diejenigen zu entlasten, die nur über kleinere Einkommen verfügen, fordert Blandfort von der Landespolitik die Absenkung der Grunderwerbsteuer und die Förderung von „Neubau als bestem Mieterschutz“.

Marktentwicklung im Detail

Deutliche Entspannung verzeichnet der Preisspiegel bei den Einfamilienhäusern. Nach 6,75 % im Vorjahr fällt der Anstieg der Verkaufspreise mit nun 3 Prozent nachgerade moderat aus. Während es in Völklingen und Ottweiler sogar zu fallenden Werten gekommen ist, fehlen das erste Mal seit längerer Zeit die dramatischen Ausreißer nach oben. Stark erhöhte Preise mit durchschnittlichen Steigerungen von mehr als 5 Prozent weisen nur Merzig und Sulzbach auf. Dort kosten Eigenheime in sehr guten Lagen mit 320.000 Euro aber noch nicht einmal halb so viel wie in Saarbücken, wo unverändert 725.000 Euro verlangt werden. Die günstigsten Immobilienpreise weist hingegen Wadern auf. Ein Haus in einfachem Wohnwert ist dort noch für 75.000 Euro zu finden.

Die Preise für Eigentumswohnungen sind in den vergangenen zwölf Monaten landesweit im Durchschnitt um 5,5 Prozent gestiegen – etwas mehr als im Vorjahr (2018: + 5 %). Die größten Anstiege waren in Saarbrücken und Dillingen (zw. 7 und 8 %) zu beobachten – allerdings auf völlig verschiedenen Preisniveaus. Während in der Landeshauptstadt 3.150,- Euro für eine Wohnung mit gutem Wohnwert verlangt wird, sind es in Dillingen in diesem Segment nur 1.400,- Euro. In Saarlouis sind vergleichbar ausgestattete Wohnungen nur unwesentlich günstiger (2.900,-) als in Saarbrücken - bei einer Steigerung von 2 Prozent zum Vorjahr. Sehr einfach ausgestattete Wohnungen zu einem Quadratmeterpreis von unter 700,- Euro werden immer noch in Merzig, Ottweiler, Völklingen und Wadern angeboten.

Bei den Kaltmieten für Wohnungen ist in den letzten zwölf Monaten eine landesweite Steigerung von durchschnittlich 4,1 Prozent zu beobachten, was eine Halbierung im Vergleich zum Vorjahresanstieg bedeutet (2018: + 8,4 %). Während Sulzbach, Saarlouis und Saarbrücken über dem Durchschnitt tendieren, ist in Neunkirchen und Dudweiler Stillstand zu beobachten.

Mit 11,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche müssen die Saarländer in der Landeshauptstadt für gut gelegene Wohnungen rechnen. Bei 9,50 Euro liegen die Mieten in vergleichbaren Lagen in Homburg, bei 8,- Euro in Dudweiler und St. Wendel. In Saarlouis‘ guten Lagen steigt die Kaltmiete mit 10,- Euro leicht (zum Vorjahr + 5 %). Am günstigsten lassen sich Wohnungen in Merzig anmieten: Hier liegt die Netto-Kaltmiete in einfachen Lagen nur bei knapp 4,75 Euro pro Quadratmeter.

Gewerbeimmobilienmarkt

Nach einer langen Phase der Stagnation erholten sich die Büromieten in den letzten Jahren leicht. Deutlichere Preissteigerungen sind in Dillingen, Heusweiler und Saarbrücken zu beobachten. Dort stiegen die Preise teils im zweistelligen Prozentbereich. Die teuersten Büros finden sich nach wie vor in Saarbrücken mit Quadratmeterpreisen von bis zu 12,50 Euro, doch auch in Saarlouis ist teilweise die 10-Euro-Marke schon überschritten.

Bei den Mieten für Ladenlokale ist die Entwicklung uneinheitlich. Während eine Erholung auf dem gesamten Saarbrücker Markt mit zweistelligen Steigerungsraten ins Auge fällt, hält in allen anderen Kommunen der Verfall der Preise im Nebenkern an. Nur die 1A-Lagen von Saarlouis, Völklingen und Dillingen fallen durch zweistellige Preissteigerungen auf.

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