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Vom Achtstundentag und der 5-Tage-Woche

05.09.2019  — Moira Frank.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Vor 200 Jahren träumte die Arbeiterbewegung einen Traum, den wir heute leben. Doch schreibt man den Achtstundentag getrennt oder zusammen? Mit oder ohne Bindestrich? Wir erklären, wie Sie wichtige Begriffe der Arbeitszeit richtig schreiben.

Die Idee vom Achtstundentag ist, wie eingangs erwähnt, schon über 200 Jahre alt. Der Begriff wurde in den 1810er Jahren vom Unternehmer Robert Owen geprägt, und obwohl schon auf dem Genfer Kongress der Internationalen Arbeiter Assoziation (IAA) 1866 die Einführung des Achtstundentags – bei vollem Lohnausgleich für alle Arbeiter, ohne Unterschied des Alters und des Geschlechts – gefordert wurde, ist er in Deutschland erst seit 1918 gesetzlich vorgeschrieben. Heute steht im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) von 1994: "Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten."

Als feststehender Begriff hat sich der Achtstundentag in genau dieser Schreibweise etabliert. Laut Duden ist die Schreibweise mit Ziffern jedoch durchaus zulässig. Der 8-Stunden-Tag ist in dieser Schreibweise leichter zu erfassen. Sie können sich also beruhigt aussuchen, wie Sie Ihren acht Stunden dauernden Arbeitstag schreiben möchten. Bei der Ziffervariante dürfen Sie nur die Bindestriche nicht vergessen!

Achtung: Die ausgeschriebene Ziffervariante gibt es offiziell nicht. Schreiben Sie also lieber vom 8-Stunden-Tag als vom "Acht-Stunden-Tag" – so lässt sich die Zahl gleich erfassen.

Die Vierzigstundenwoche hat ebenfalls viel Geschichte, ist aber ein wenig jünger als der Achtstundentag – sowohl als Begriff als auch als Konzept. Zwar galt beispielsweise nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland schon der Achtstundentag, gearbeitet wurde aber meistens sechs Tage in der Woche, womit man auf 48 Stunden kam. Erst 1955 war die Zigarettenindustrie die erste Branche, in der die Vierzigstundenwoche tariflich vereinbart wurde. Zuletzt folgte 1983 die Landwirtschaft. Im Arbeitszeitgesetz gibt es die Vierzigstundenwoche nicht. Hier wird nur der Achtstundentag festgesetzt.

Auch hier dürfen Sie sich aussuchen, ob Sie von der Vierzigstundenwoche oder der 40-Stunden-Woche schreiben möchten. Bei der 38,5-Stunden-Woche darf der Bindestrich natürlich auch nicht fehlen. Und wieder gilt: Eine "Vierzig-Stunden-Woche" gibt es in dieser Schreibweise nicht!

Die einzige Ausnahme von diesen einfachen Regeln: Die Fünftagewoche erhält im Duden keine separate Ziffernschreibweise. Warum? Das bleibt uns ein Rätsel, denn es spricht unserer Ansicht nach kein Grund dagegen, von der 5-Tage-Woche zu schreiben – und auf die Schreibweise "Fünf-Tage-Woche" zu verzichten.

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Bild: JESHOOTS.com (Pexels, Pexels Lizenz)

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