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TRIZ – Kontraproduktive Aktivitäten stoppen!

14.11.2019  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Es kommt zu Problemen beim kreativen und erfinderischen Lösen von Problemen? Abteilungen arbeiten nicht so effizient und lösungsorientiert zusammen, wie sie sollten? Dann versuchen Sie es mit TRIZ – der Methode, um durch Zerstörung Raum für Innovation zu schaffen.

Entwickelt wurde die TRIZ1-Methode vom russischen Erfinder und Wissenschaftler Genrich Altschuller (1929 – 1998). Der Patentingenieur half Erfindern, ihre Patente zu schreiben und beim Amt einzureichen. Er war stets von Neuem und dem Problemlösen angetan. Daher erkannten er und sein Kollege Raphael Borissowitsch Shapori (israelischer Ingenieur) ziemlich schnell, dass sich die Lösungsansätze von Erfindern stets wiederholten.

Altschuller und Shapori analysierten diverse russische Patente und extrahierten ein Muster zum Problembeschreiben und -lösen. Besonderes Interesse zeigten sie dabei an Erfindungen mit einem möglichst geringen Lösungsaufwand und hohem Nutzen. Diese Patente wiesen eine interessante Gemeinsamkeit auf. Sie lösten scheinbare Widersprüche auf, indem zwei Eigenschaften kombiniert wurden, die bis dahin als unvereinbar galten. Zum Beispiel: Es soll ein brennender Raum gelöscht werden, aber die Einrichtung nicht nass werden. Eine Lösung wäre die auf der Frühjahrstagung American Chemical Society in Kalifornien vorgestellte Methode, Feuer mit Elektrizität zu beeinflussen und zu löschen. Und aus dieser Erkenntnis entstand die Methode TRIZ.

Hinterfragen, reflektieren und analysieren

Die TRIZ-Methode eignet sich nicht nur, um innovative Erfindungen zu fördern – sie kann auch im Berufsalltag als Methode zur Problemlösung eingesetzt werden. Dafür schreiben Sie eine E-Mail an Mitarbeiter*innen mit einem aktuellen Problem, welches gelöst werden soll. Zum Beispiel: „Wie können wir sicherstellen, dass die Zuständigkeiten bei sich überschneidenden Tätigkeiten klar verteilt sind?“ Die Gruppe unterliegt dabei keiner bestimmten Größenbeschränkung. Bereiten Sie die Teilnehmer*innen auf TRIZ vor, indem Sie ihnen bereits in der E-Mail die folgenden drei Aufgaben stellen:

  1. "Notiere auf einer Liste alle Dinge, die ihr tun könnt, um garantiert das schlechteste Ergebnis in Bezug auf euer wichtigstes Ziel zu erreichen."
  2. "Geht die List durch und stellt fest, was wir aktuell in irgendeiner Weise bereits tun, um dieses schlechte Ergebnis zu erreichen. Baut daraus eine Liste mit allen kontraproduktiven Aktivitäten und Prozessen, die derzeit vorhanden sind."
  3. "Geht die Liste durch und überlegt, wie ihr verhindern könnt, das unerwünschte schlechte Ergebnis zu erreichen."

Beim eigentlichen Treffen werden die Teilnehmer*innen nun wenn nötig in kleinere Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe sollte hier vier bis sieben Personen umfassen. Außerdem wird Papier benötigt, um die Erkenntnisse der Teilnehmer*innen festzuhalten.

Und dann geht es auch schon los: Beginnen Sie mit einer kurzen Einleitung, was TRIZ eigentlich ist und was ein unerwünschtes Ergebnis sein könnte. Dafür können alle zusammen noch einmal fünf Minuten brainstormen, um gemeinsam das wirklich schlechteste Ergebnis zu finden – wahrscheinlich wird das noch deutlich schlimmer sein als das Problem, das der Auslöser für Ihr Treffen war.

Nun werden die drei Aufgaben, die bereits alleine beantwortet wurden, noch einmal in der Gruppe gelöst. Dabei erhält jeder Schritt 10 Minuten Zeit. Formulieren Sie dabei die Antworten so, dass sie folgende Fragen wieder aufgreifen:

  1. Wie können wir ein sehr unerwünschtes Ergebnis der Zusammenarbeit erzielen?
  2. Gibt es irgendetwas, das wir tun, das in irgendeiner Form den Handlungen der ersten Liste entspricht?
  3. Wie werde ich und wie werden wir das stoppen? Was ist unsere erste Maßnahme?

Bei Punkt 3 sollten Vorschläge entstehen, die kontraproduktive Aktivitäten und Verhaltensweisen stoppen. Akzeptieren Sie daher keine Ideen für neue oder zusätzliche Dinge. Bei der anschließenden Besprechung der Punkte sollte die Gruppe sich nochmal Zeit für Punkt 2 nehmen. Dabei soll besprochen werden, warum die akutellen Handlungen schädlich sind. Beziehen Sie anschließend bei Punkt 3 unbedingt die Personen mit ein, die am Stoppen der Aktivitäten beteiligt sind, und frag diese „Wer muss noch involviert werden, damit die Aktivität wirklich aufhört?“

Zum Abschluss notieren die Teilnehmer ihre Entscheidungen auf ein großes Stück Papier (nicht virtuell), und leitet sie mit folgenden Sätzen ein: „Ich werde aufhören …“ und/oder „Wir werden aufhören …“ Das Papier wird gut sichtbar aufgehängt, um alle an die Entscheidungen zu erinnern.

Was bringt das?

Diese Methode hilft dabei Dinge auszusprechen, die wir sonst lieber für uns behalten würden. Die meisten Lösungsansätze konzentrieren sich darauf, positive Ziele zu formulieren und Schlechtes nicht breitzutreten – obwohl das Aufarbeiten von Problemen ebenfalls wichtig ist. Der Vorteil an TRIZ:unbequeme Themen werden humorvoll aufgearbeitet und es entsteht kein schlechtes Gefühl. Im Gegenteil, diese Methode schafft Vertrauen und ein Gemeinschaftsgefühl, da Hindernisse gemeinsam beseitigt werden.

1 Theorija Reshenija Izobretatelkih Zadach (Theorie des erfinderischen Problemlösens)

Bild: bernardbodo / Adobe Stock (Adobe Stock Standardlizenz)

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