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Steuerliche Auswirkungen der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge auf die Dienstwagenbesteuerung

24.05.2016  — Volker Hartmann.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Lesen Sie, welche lohnsteuerlichen Auswirkungen die von der Bundesregierung beabsichtigte Einführung der Kaufprämie für Elektro- bzw. Hybrid-Elektrofahrzeuge mit sich bringt.

Batteriesysteme als Kostenfaktor

Bei Elektro- und Hybrid-Elektrofahrzeugen sind die Batteriesysteme nicht nur eine technische Schwachstelle, sondern auch ein nicht unerheblicher Kostenfaktor. Daher hat sich die Automobilindustrie diverse Varianten ausgedacht, um zumindest das Kostenrisiko auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Daher werden von den Automobilherstellern Alternativen zum Kauf der Batteriesysteme angeboten. In diesem Zusammenhang hat der Kunde die Möglichkeit, das Elektro- oder Hybrid-Elektrofahrzeug zu kaufen und das Batteriesystem zu mieten oder zu leasen.

Wird das Batteriesystem des Elektro- oder Hybrid-Elektrofahrzeugs nicht zusammen mit dem Fahrzeug angeschafft, sondern ist für dessen Überlassung ein zusätzliches Entgelt, z. B. in Form von Miet- oder Leasingraten, zu entrichten, kommt eine Minderung der lohnsteuerlichen Bemessungsgrundlage nicht in Betracht. Die für die Überlassung der Batterie zusätzlich zu entrichtenden Entgelte kann der Arbeitgeber als Betriebsausgaben abziehen. Diese führen nicht zu einem lohnsteuerpflichtigen geldwerten Vorteil.

Vereinfachungsregelung

Soweit der Fahrzeughersteller das Fahrzeug sowohl mit als auch ohne Batteriesystem anbietet, kann aus Vereinfachungsgründen für die Berechnung des geldwerten Vorteils der Listenpreis für das Fahrzeug mit Batteriesystem zugrunde gelegt werden.

Beispiel 1 – Kauf des Fahrzeugs, Miete des Batteriesystems

Ein Arbeitgeber hat ein Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 16 Kilowattstunden (kWh) erworben. Der Bruttolistenpreis für das Fahrzeug ohne Kauf des Batteriesystems beläuft sich auf 25.640 Euro. Für das Batteriesystem hat der Arbeitgeber eine zusätzliche monatliche Mietrate von 79 Euro brutto zu zahlen.

Der geldwerte Vorteil ergibt sich wie folgt:

Der Bruttolistenpreis in Höhe von 25.640 Euro ist nicht zu mindern und ist wie üblich auf volle Hundert Euro abzurunden.

Der geldwerte Vorteil beläuft sich entsprechend auf 256 Euro pro Monat (1 % von 25.640 Euro). Die Kosten für die Miete des Batteriesystems bleiben unberücksichtigt.

Beispiel 2 – Kauf des Fahrzeugs, Miete des Batteriesystems mit Vereinfachungsregelung

Ein Arbeitgeber hat ein Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 16 Kilowattstunden (kWh) erworben. Der Bruttolistenpreis für das Fahrzeug ohne Kauf des Batteriesystems beläuft sich auf 25.640 Euro. Für das Batteriesystem hat der Arbeitgeber eine zusätzliche monatliche Mietrate von 79 Euro brutto zu zahlen.

Der Bruttolistenpreis für das Fahrzeug mit Kauf des Batteriesystems beliefe sich auf 31.640 Euro.

Der geldwerte Vorteil kann alternativ wie folgt ermittelt werden:

Der Bruttolistenpreis in Höhe von 31.640 Euro ist um 5.600 Euro (16 kWh x [500 Euro ./. 150 Euro]) zu mindern und auf volle Hundert Euro abzurunden. Der für die Ermittlung des geldwerten Vorteils geminderte Bruttolistenpreis beträgt 26.040 Euro (31.640 Euro ./. 5.600 Euro = 26.040 Euro).

Der geldwerte Vorteil beläuft sich entsprechend auf 260 Euro pro Monat.

Bitte beachten Sie bei der Berechnung, dass sich der ursprüngliche Förderungsbetrag in Höhe von 500 Euro pro kWh der Batteriekapazität in 2013 für jedes Kalenderjahr nach 2013 um 50 Euro pro kWh vermindert. Entsprechend reduziert sich der Betrag von 500 Euro pro kWh in 2016 um 3 x 50 Euro = 150 Euro auf 350 Euro pro kWh.


Der Autor:

Volker Hartmann

Volker Hartmann ist Diplom-Finanzwirt, Lohnsteueraußenprüfer und Betriebsprüfer im aktiven Dienst der Hamburger Finanzverwaltung. Volker Hartmann hat langjährige Prüfungs­erfahrungen, insbesondere bei Kapitalgesellschaften aller Branchen und Größen. Er ist seit vielen Jahren Referent und Autor beim Verlag Dashöfer. Seine Seminare zeichnen sich durch eine besondere Praxisnähe aus.

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