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Neue Studie zeigt aktuelle Herausforderungen flexibler Arbeitsmodelle für Betriebsräte

01.02.2019  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO.

Freiheit oder doch Entgrenzung? Nicht immer ist es für Betriebsräte leicht, mit der zunehmenden Flexibilisierung in ihrem Betrieb umzugehen. Das Fraunhofer IAO veröffentlicht gemeinsam mit dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie zum Thema Flexibilisierung aus Sicht des Betriebsrats.

Eine räumlich und zeitlich flexibler arbeitende Belegschaft verändert zunehmend das klassische Betriebsbild. Die neu erschienene Studie »Betriebsratsarbeit in Zeiten zunehmender Flexibilisierung – eine Analyse des verarbeitenden Gewerbes auf Basis der IG Metall-Beschäftigtenbefragung 2016« beleuchtet die Erwartungen, Erfahrungen und Sichtweisen von Betriebsräten zum Thema Flexibilisierung. Sie basiert auf den Ergebnissen der IG Metall-Betriebsrätebefragung 2016, an der sich mehr als 2000 Betriebsräte unterschiedlicher Betriebe beteiligt haben.

Flexibilisierung verändert den Betrieb und damit auch die Arbeit des Betriebsrats

Flexibilisierung verändert nicht nur die Arbeitswelt der Beschäftigten, sondern eben und gerade auch die ihrer betrieblichen Interessenvertretung. Betriebsratsarbeit findet heute schon in veränderten Rahmenbedingungen statt und diese werden sich durch die Flexibilisierung weiter verändern. So kann ein hoher Grad an Flexibilisierung etwa dazu führen, dass der persönliche Kontakt zu den Beschäftigten erschwert wird, sich dadurch entscheidende formelle und informelle Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Beschäftigten und dem Betriebsrat verringern und die Betriebsratsarbeit letztlich deutlich negativ beeinträchtigt wird. Diese Befürchtung hat gemäß der IG Metall-Betriebsrätebefragung 2016 knapp die Hälfte aller Betriebsräte.

»Betriebsratsarbeit bedeutet, Hand-in-Hand mit den Beschäftigten gemeinsame Ziele zu verfolgen. Damit dies gut funktioniert, ist ein stetiger Austausch und ein entsprechendes Vertrauensverhältnis zwischen dem Betriebsrat und den Beschäftigten erforderlich. Je flexibler ein Betrieb aufgestellt ist, umso schwieriger wird es für Betriebsräte, mit den Beschäftigten in gutem Kontakt zu bleiben. Sie müssen daher neue Kommunikationswege erschließen, die auch in einer stark flexiblen Arbeitswelt funktionieren«, kommentiert der Studienautor Alexander Piele.

Geteiltes Meinungsbild bei der eigenen Vorbereitung auf die Flexibilisierung

Insgesamt fühlt sich nur ein Viertel der befragten Betriebsräte soweit gerüstet, dass man den kommenden Herausforderungen der Flexibilisierung seitens des Gremiums entspannt entgegensehen würde. Die Gründe dafür reichen von fehlendem Wissen zu einzelnen Bereichen der Flexibilisierung bis hin zu erkannten Hürden bei der Bewältigung eines möglichen Mehraufwands bei der Betriebsratsarbeit.

»Die Themen rund um die flexiblen Arbeitsmodelle werden immer komplexer. Neben umfangreichen Rechtskenntnissen müssen Betriebsräte Wege finden, schnell und flexibel zu reagieren. Betriebsratsarbeit ist daher auch stark von einer intakten und effizienten Zusammenarbeit der Betriebspartner abhängig«, fasst Christian Piele, einer der Autoren, die Ergebnisse zu den Herausforderungen rund um die Flexibilisierung zusammen.

Die dritte von insgesamt drei Studien zum Thema Flexibilisierung bildet den Abschluss des Projekts LAIF »Leben und Arbeiten in Flexibilität«, das durch die Hans-Böckler-Stiftung gefördert wird.

Weitere Informationen

Betriebsratsarbeit in Zeiten zunehmender Flexibilisierung

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