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Klimaschutz und Wohnungsbau in Einklang bringen

23.04.2019  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Immobilienverband Deutschland (IVD).

Um die Klimaschutzziele bis 2030 zu erreichen, sollen bis zum Jahresende grundsätzliche Weichenstellungen vorgenommen werden. Die Vorhaben betreffen auch den Wohnungsbau: Größere Energieeffizienz wird angestrebt. Das ist wichtig, jedoch müssen man Klimaschutz und Wohnungsbau, die soziale Frage unserer Zeit, zusammen denken, so IVD-Präsident Schick.

„Der Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und der Wohnungsbau die soziale Frage unserer Zeit. Beides gilt es in Einklang zu bringen. Zu beachten ist aber, dass noch höhere Anforderungen an die Energieeffizienz den Wohnungsbau und das Wohnen noch weiter verteuern. Dabei ist bereits heute im gesamten Bundesgebiet ein empfindlicher Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu spüren.“ Das sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD.

Seit 2000 hat sich das Bauen um 40 Prozent verteuert

Schick verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie der „Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V.“ (Arge e.V.). Die Arge fand heraus, dass sich das Bauen vom Jahr 2000 bis heute um 40 Prozent verteuert hat und allein die verschärften Anforderungen, die an das energetische Bauen gestellt werden 12,5 Prozent der Baukostensteigerung ausmachen. Mit der seit 2016 geltenden modifizierten Fassung der Energieeinsparverordnung 2013 haben sich die Baukosten um zusätzliche 7,3 Prozent erhöht. Nach Berechnungen des Hamburger Professor Wolfgang Maennig, Mitglied der Bundes-Expertenkommission „Nachhaltige Baulandmobilisierung und Bodenpolitik“ muss ein Bauherr mit 3.800 Euro pro Quadratmeter (inkl. Kosten für Grund und Boden) kalkulieren. Der Bau sei inzwischen so teuer geworden, dass günstige Mieten kaum noch möglich seien.

Neubau und Bestandserhaltung dürfen nicht verhindert werden

„Die Gebäudewirtschaft nimmt bereits seit Jahren ihre Verantwortung hinsichtlich des Klima- und des Umweltschutzes sehr ernst, was beispielsweise Sanierungen im Wohnungsbestand oder der Bau von Energieeffizienzhäusern nach KfW-Standards betrifft. Die Grenze aller Bemühungen liegt aber in der Wirtschaftlichkeit. Wohnungsbau und Bestandshaltung müssen sich trotz oder gerade mit ambitionierten Klimaschutzzielen immer noch lohnen. Deshalb fordern wir die Politik auf, die Klimaschutzweichen so zu stellen, dass Neubau und Bestandshaltung nicht verhindert werden und alle Menschen auch in Zukunft eine bezahlbare Wohnung finden können. Es darf keinen Sanierungszwang geben. Schließlich sollten technologieoffene Wege gefunden werden, um die geforderten CO2-Einsparungszeile zu erreichen“, sagt Schick.

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