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Geht‘s auch eine Nummer kleiner?

20.02.2020  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall AG.

Man baut nur einmal! Nach diesem Motto wollen sich viele Bauherren alle Wohnträume auf einen Schlag erfüllen. Doch benötigen sie wirklich alles, was sie planen? Auf das Wesentliche reduziertes Bauen schont den Geldbeutel und das Klima. Der wirksamste Hebel ist dabei die Wohnfläche.

Dass glückliches Wohnen auf kleinem Raum möglich ist, zeigt die wachsende Nachfrage nach Tiny Houses. Die Minihäuser sind die konsequenteste Form des flächenreduzierten Eigenheims: Sie bieten von Küche bis Bad alles Notwendige zum Leben auf rund 20 bis 40 Quadratmetern. Gerade Klimaschützer schätzen sie. „Aus gutem Grund“, so Baufachmann Sven Haustein von der Bausparkasse Schwäbisch Hall: „Der ökologische Fußabdruck hängt stark von der Wohnfläche ab. Je kleiner der Wohnraum, desto weniger muss gebaut, ausgestattet und beheizt werden. Das spart Ressourcen.“ Dennoch steigt die Wohnfläche pro Kopf in Deutschland seit Jahren weiter, wie das statistische Bundesamt ermittelt hat. Sie liegt mittlerweile im Durchschnitt bei knapp 47 Quadratmetern.

Über 1.500 Euro pro Quadratmeter sparen

Bauherren, denen das Tiny House zu minimalistisch ist, können den Suffizienzgedanken auch beim Bau eines klassischen Einfamilienhauses umsetzen. „Suffizienz bedeutet, sich bewusst zu werden, was man wirklich zum Leben benötigt, ohne dabei Verzicht zu empfinden“, erklärt Haustein. „Das beginnt bei der Wahl des Grundstücks: Innerörtliche Nachverdichtung statt Neubau auf der grünen Wiese, Reihenhaus oder Doppelhaus statt freistehend, aber auch: Möglichst nah am Arbeitsplatz oder der Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr wohnen, das alles schont wertvolle – und teure – Ressourcen.“ Auch eine kompakte – wie beim Tiny House – oder möglichst einfache Bauweise, etwa ohne zusätzliche Balkone und Erker, spart Raum und Ressourcen.

Suffiziente Lösungen suchen

Keller, Doppelgarage und großes Gästezimmer, begehbarer Kleiderschrank und Wellness-Sauna: Muss das alles wirklich sein? Als Lagerplatz kommt auch der kleinere Abstellraum in Frage, für das Auto der Carport und für Gäste die ausziehbare Couch im Wohnzimmer. Genauso genügen oft der geräumige Kleiderschrank und die Dusche mit Massage-Brause. Diese Alternativen sind günstiger und brauchen vor allem weniger Raum. „Jeder eingesparte Quadratmeter entlastet das Baubudget um 1.500 bis 5.500 Euro, je nach verwendeten Baumaterialien“, sagt der Schwäbisch Hall-Architekt. Auch Zukunftsforscher beobachten den Trend zu kleineren, privaten Wohnräumen. Im Gegenzug können Bibliothek, Gästezimmer oder sogar die Küche zu Gemeinschaftsräumen werden – zu Orten, an denen sich Nachbarn treffen.

Statt auf Verdacht groß zu bauen, können Bauherren spätere Anbauten mit Hilfe ihres Architekten vorausplanen. Oder sie errichten ein größeres Gebäude so, dass es später in kleinere Wohneinheiten getrennt werden kann. „Ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, welche Bedürfnisse man wirklich hat, wirkt sich auf die Kosten äußerst positiv aus“, weiß Haustein. „Gleich­zeitig lernt man, das eigene Wunschobjekt viel besser wertzuschätzen.“

Suffizientes Bauen

Unter Suffizienz versteht man im Allgemeinen die freiwillige Beschränkung auf das Nötigste. Das Nötigste ist dabei individuell definiert. Über allem steht die Frage: Wie viel ist „genug“ und was ist „das rechte Maß“ für ein gutes Leben? Suffizientes Bauen in diesem Zusammenhang bedeutet, sich vor Baubeginn darüber klar zu werden, wie viel Platz zur persönlichen Entfaltung ausreicht. Außerdem geht es um den Einsatz nachhaltiger Baumaterialien und um ein gesundes Wohnklima. Suffizientes Bauen heißt also, klug und bewusst, nachhaltig und sparsam zu planen.

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