Für einen Dollar mehr

27.05.2019  — Matthias Wermke.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

37 Millionen Euro netto plus Bonuszahlungen – so viel verdient Fußballsuperstar Lionel Messi. Doch wenn schon ein Sportler so viel Einkommen bekommt, was kriegt z. B. Mark Zuckerberg?

Was haben Arnold Schwarzenegger, John F. Kennedy und Mark Zuckerberg gemeinsam? Oder Donald Trump, Elon Musk und Steve Jobs? Zugegeben: Ein Sinn für Bescheidenheit wird wohl nicht das verbindende Element sein. Umso mehr überrascht, dass ein Blick auf die Gehaltsabrechnung dieser Herren sie zunächst als uneigennützige Altruisten erscheinen lässt, die ihr Leben in Askese verbringen und ihre Energie vollkommen in den Dienst der Sache stellen.

Denn hier zeigt sich keine fantastische Summe, bei der man zur Orientierung den Finger nach jeder dritten Ziffer anlegen muss, um sie ja nicht erneut zählen zu müssen, sondern eine einzige Zahl – eine Eins.

Guinness Buch der Rekorde: Der am schlechtesten bezahlte Geschäftsführer

Tatsächlich gehören diese Männer zu einer kleinen Gruppe illustrer Personen, die vornehmlich in der Wirtschaft tätig sind und lediglich die symbolische Summe von einem Dollar als Gehalt einstreichen. Doch wie kann das sein? Dieses Phänomen sei an dem Beispiel des wohl prominentesten Falls erklärt:

Steve Jobs ist seit Gründung des Unternehmens 1976 nicht durchgehend der Boss von Apple gewesen. Nach inneren Querelen stieg er 1985 aus und gründete mit Pixar und NeXT kurzerhand zwei weitere Erfolgsunternehmen. Letzteres wurde 1996 schließlich von Apple aufgekauft, wodurch Jobs nun wieder zur Familie gehörte. Er wurde Teil des Vorstands und letztlich Geschäftsführer des zu der Zeit schwer angeschlagenen Unternehmens.

Durch die Einführung des iMacs rehabilitierte sich Apple wieder. Doch auch besondere Sparmaßnahmen läuteten den weltweiten Erfolg ein, von denen eine besonders bemerkenswert war. Um einen neuen Kurs anzugeben und das Unternehmen von seiner eigenen finanziellen Last zu befreien, verzichtete Jobs nahezu auf sein komplettes Gehalt und verdiente nunmehr nur noch einen Dollar im Monat. Wer nun jedoch glaubt, dass Jobs daher als technologischer Märtyrer angesehen darf, dem sei gesagt, dass er als Kompensation unter anderem einen Privatjet und fast 30 Millionen Apple Aktien-Anteile bekam.

One-Dollar-Salary

Nach einem ganz ähnlichen Prinzip funktionieren auch die Vergütungskonstellationen einiger anderer Personen, die das „One-Dollar-Salary“ beziehen. Diese bekommen verschieden geartete Ausgleichsleistungen, von denen Aktienoptionen ein besonders gängiges Mittel sind.

Der uneigennützige Eindruck kehrt sich dadurch auch schnell ins Gegenteil. Denn mit dieser Methode können Steuerzahlungen umgangen werden, die dann an anderer Stelle fehlen – etwa in den Bereichen Gesundheitsversorgung oder Sozialversicherung.

Dollar-a-Year Men

Jedoch finden sich auch welche, die sich am historischen Beispiel der sogenannten „Dollar-a-Year Men“ orientieren. Dabei handelte es sich zumeist um Personen aus Politik und Wirtschaft, die dem US-amerikanischen Staat vor dem Hintergrund der beiden Weltkriege sowie dem Korea-Krieg eben beinahe unentgeltlich halfen, die Industrie zu mobilisieren und zu managen.

Die Beweggründe der modernen Dollar-a-Year Men sind inzwischen jedoch ganz unabhängig von geopolitischen Katastrophen und gleichen in ihrer Kompensationslosigkeit fast schon einer ehrenamtlichen Tätigkeit - Ist die Welt nicht schön?

Quellen und Hintergründe:

Bild: HealthWyze / Pixabay (Pixabay License)

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