Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus

09.05.2019  — Jasmin Dahler.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Ihr neuer Kollege ist nervös. Es ist der erste Arbeitstag und die Chefin hat schon schlechte Laune. Als dann ein wichtiges Dokument im Reißwolf landet, ist der arme Mann der Verzweiflung nahe, doch als die Chefin nach dem Schuldigen fragt, schweigt das Büro vereint. Eine Krähe hackt der anderen eben kein Auge aus!

Sie sind nun natürlich keine Krähe – aber die Redewendung hat sich eben so übertragen. Sie befanden sich auch schon in der Situation Ihres neuen Kollegen. Es gibt sie einfach, diese verteufelten Tage, an denen nichts im Büro funktioniert. Und das am ersten Tag! Sie wissen, wie stressig Ihr Job sein kann. Da fallen Sie Ihrem Kollegen sicherlich nicht den Rücken! Lieber sagen Sie diplomatisch, dass da wohl "jemand" einen Fehler gemacht habe, und helfen mit, das Dokument neu zu beschaffen. So ist die Chefin auch gleich besänftigt.

Die Redewendung "Eine Krähe hackt der anderen eben kein Auge aus" bedeutet, dass man mit Gleichgesinnten zusammenhält. Der Ursprung der Redewendung liegt in der Natur der Krähenvögel. Zanken sich die Vögel, hacken sie einander zwar auf die Köpfe, aber nicht auf die Augen ein, wo sie sich schwer verletzen würden. Dabei sind Krähen Konkurrenten gegenüber nicht so gnädig. Doch sie halten sich beim Streit unter Kolleg*innen nicht nur zurück, sie helfen sich auch untereinander, zum Beispiel bei der Nahrungsbeschaffung oder bei der Verteidigung gegen andere Tiere.

Übrigens zählen Krähen und auch Raben zu den intelligentesten Vögeln überhaupt! Sie können planen, Werkzeuge benutzen und sich sogar Menschengesichter merken. Nehmen Sie die Redewendung deshalb als Kompliment, auch wenn Ihr Sekretariat nicht gleich ein "Krähennest" werden muss …

Bild: MabelAmber / Pixabay (Pixabay License)

Kennen Sie schon unseren neuen News­letter Digitalisierung aktuell?

nach oben