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Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer Schritt für die VR

25.02.2019  — Matthias Wermke.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Ein bislang noch ungelöst scheinendes Rätsel der VR-Unterhaltungsbranche scheint geknackt! Virtual Reality ist endlich barrierefrei!

Nach einer abenteuerlichen Reise durch die Galaxie, auf der Sie knapp einer Gruppe Weltraumpiraten entkommen und einigen in Lichtgeschwindigkeit vorbeirasenden Meteoriten um Haaresbreite ausweichen konnten, erreichen Sie schließlich Ihr Ziel. Das Raumschiff hat den komplexen Landevorgang erfolgreich abgeschlossen und Sie betreten in voller Montur die Kompressionskammer. Nachdem sich die Luke endlich öffnet und Sie die ausgefahrene Leiter hinabklettern, haben Sie erstmals Bodenkontakt. Vor Ihnen erstreckt sich die fremde Weite einer wahrhaft unwirtlichen Gegend. Der Planet gleicht einer Wüste aus Quarzsand, aus der riesige Berge schroffen Gesteins ragen. Es ist düster und von Vegetation keine Spur. Als sie sich umdrehen, um sich ein Bild Ihrer Umgebung zu verschaffen, entdecken Sie in einem der bedrohlich wirkenden Berge einen Höhleneingang, in dem ein schwaches Licht zu flackern scheint. „Der Planet ist unbewohnt“ hatte Sie ihr Missionsleiter in der Basisstation noch instruiert. Obgleich Sie ein unwohles Gefühl überkommt und sich eigentlich nicht zu weit vom Raumschiff entfernen dürfen, packt Sie die Neugier. Sie beschließen, dass Sie herausfinden müssen, was es mit diesem ungewöhnlichen Lichtschein auf sich hat. Sie machen zwei entschlossene Schritte, doch plötzlich hören Sie einen Knall, gefolgt von einem dumpfen Schmerz im Schienbein. Mit verzerrtem Gesicht fallen Sie zu Boden. Als Sie so da liegen, fühlt sich dieser merkwürdig teppichartig an und um Sie herum erkennen Sie mit einem Mal die deutlich vertrautere Umgebung Ihres Wohnzimmers. Die VR-Brille ist Ihnen vom Kopf gerutscht und Sie müssen einsehen, dass Sie nicht ein Findling aus den Weiten des Alls zu Fall gebracht hat, sondern dieser vermaledeite TV-Schrank aus dem schwedischen Einrichtungshaus. Bei der Gelegenheit haben Sie das Foto der Schwiegereltern vom letzten Weihnachtsfest und die schöne Retro-Bogenlampe aus dem Bestand der damals sehr trendbewussten Großmutter umgerissen. Der Schaden ist angerichtet, das Spiel vorbei.

Die Unendlichkeit des Universums durch Virtual Reality erfahrbar zu machen, ist schön und gut. Wenn diese Erfahrung jedoch mit der Endlichkeit des eigenen Wohnraums kollidiert, stößt auch der Spaß an seine irdischen Grenzen. Doch wir würden nicht in der Zeit selbstfahrender Autos, Pizza liefernder Drohnen und autonomer Staubsaugerroboter leben, wenn uns nicht auch für dieses Problem etwas einfiele. Google macht‘s vor. Denn wie zu lesen ist, hat der amerikanische Großkonzern das Patent für eine Entwicklung angemeldet, die eines der Kernprobleme der VR lösen könnte: einen motorisierten Schuh!

Wer sich jetzt an die wundersamen Galoschen des kleinen Muck erinnert fühlt, hat das Problem noch nicht vollkommen durchdrungen. Denn während der kleine Muck seine Fußbekleidung gebrauchte, um sich damit möglichst schnell vom Fleck zu bewegen, haben die Entwickler/-innen des motorisierten Schuhs mit ihrer Idee genau das Gegenteil im Sinn: Bewegung, die in der realen Welt keinen Fortschritt bedeutet, einem in der Virtual Reality jedoch das Laufen ermöglicht.

Kleine Räder unter der Schuhsohle erlauben der/-r Träger/-in, widerstandsfrei normale Gehbewegungen auf kleinem Raum durchzuführen, ohne das eigene körperliche Wohlbefinden, die Raumausstattung oder das gute Verhältnis zu nahestehenden bzw. -sitzenden Menschen auf’s sprichwörtliche Spiel zu setzen.

Wir können’s kaum erwarten.

Quellen und Hintergründe:

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