Bauprognose 2020: Dem Nichtwohnungsbau geht die Puste aus

05.09.2019  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: BauInfoConsult GmbH.

Die Vorboten des abkühlenden Konjunkturmotors schlagen sich zum Teil auch auf die für den Nichtwohnungsbau prognostizierten Fertigstellungen für 2020 nieder. So kommt die aktuelle Neubauprognose zu dem Ergebnis, dass die Fertigstellungszahlen für den Nichtwohnungsbau in den kommenden zwei Jahren zusammengenommen leicht ins Minus rutschen werden.

Doch nicht alle Segmente und Regionen werden der Prognose nach gleichermaßen von negativen Fertigstellungsziffern betroffen sein. So dürfte beispielsweise das Hotel- und Gaststättensegment vor allem im Norden und Süden der Republik vielerorts zulegen können – die Fertigstellungen von Bürogebäuden dagegen regional eher im Westen und Osten ansteigen.

In der Neubauprognose für den gesamten Nichtwohnungsbaubereich rechnet des Düsseldorfer BauInfoConsult-Institut mit leicht sinkenden Neubauzahlen in den kommenden Jahren. Ausgehend von sinkenden Genehmigungsziffern von etwa 7 Prozent für den Zeitraum zwischen 2018 und 2020 sind auch sinkende Fertigstellungsziffern bei den Nichtwohngebäuden zu erwarten. So dürfte die Zahl der fertig gerichteten Nichtwohnungsbauwerke in 2019 um 3,0 Prozent auf 23.540 Bauwerke zurückgehen – im Folgejahr danach nochmals um 2,0 Prozent sinken (Prognose: 23.080 Fertigstellungen). Auch die Tendenz für 2021 zeigt mit dem Daumen für das Gesamtsegment nach unten.

Doch im Nichtwohnungsbau laufen auf Grund seiner sehr heterogenen Struktur nicht alle Subsegmente zwingend in die gleiche Richtung. So dürfte es in 2019 bei den Büro- und Verwaltungsgebäuden der Prognose nach in 2019 ein ordentliches Fertigstellungsplus von 10,2 Prozent geben. Danach – also im Jahr 2020 – wird die Entwicklung in diesem Segment eine Seitwärtsbewegung vollziehen und mit einem winzigen Minus von 0,5 Prozent stagnieren. Tendenziell sollte es dann in 2021 wieder mit leicht gedrosselter Kraft aufwärts gehen bei den Fertigstellungsziffern.

Auch bei den Fabrik- und Werkstattgebäuden ist die Entwicklung der Neubauzahlen in den kommenden zwei Jahren eher in Richtung Stagnation programmiert. So sollten in 2019 insgesamt 0,9 Prozent weniger klassische Industriebauwerke fertiggestellt werden – im Folgejahr 2020 müsste dann mit einem leichten Minus von 0,5 Prozent kalkuliert werden. Tendenziell dürfte sich auch in 2021 an dieser leicht negativen Ausrichtung wenig ändern.

Im Spartensegment der Hotelgebäude und Gaststätten stehen die Zeichen hingegen auf strammes Wachstum: So könnten die Fertigstellungen in 2019 mit einem deutlichen Plus von 50,7 Prozent aufwarten und im Folgejahr erneut mit einem guten Ergebnis von 38,6 Prozent Wachstum glänzen. Tendenziell dürfte sich dieser Positivtrend noch bis ins Jahr 2021 weiter fortsetzten.

Regional betrachtet dürfte in 2020 das Fabrikgebäudesegment vor allem im Süden und Westen ins Minus rutschen, der Hotelneubau hingegen vor allem im Norden und Süden im Aufwind sein – teilweise mit hohen zweistelligen Zuwachsraten. Im Bürosegment sehen die 2020er Fertigstellungszahlen im Osten und Westen der Republik leicht positiv aus. Insbesondere die Landstriche rund um Leipzig, Mittelsachen sowie Cloppenburg oder Emsland können der Prognose nach im gesamten Nichtwohnungsbausegment mit passablen Zuwächsen rechnen.

Über die Studie

Die Bauprognosen im Nichtwohnungsneubau bis hinunter auf Kreisebene entstammen der Jahresanalyse 2019/2020, der jährlichen Baustudie von BauInfoConsult. Auf Basis von über 580 Interviews unter Architekten, Bauunternehmern, Maler/Trockenbauern, SHK-Installateuren und Herstellern behandelt die Studie unter anderem Themen wie:

  • Baukonjunktur und zentrale Kennzahlen
  • regionale Bauprognosen 2020 und 2021
  • Brand Funnel für zentrale Baumarken, Markenentscheidung und Servicenachfrage
  • Bautrends und Entwicklungen, Nachfrage- und Produkttrends am Bau
  • Smart Home in Deutschland
  • Kommunikations- und Einkaufsverhalten in der Baubranche
  • Marketing- und Budgettrends
  • u.a.

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