Stand: 28.08.2019

GoB

Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)

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Was sind die GoB?

Die GoB sind allgemeingültige Regeln zur Buchführung in Deutschland. Sie werden sowohl aus Gesetzen, Verwaltungsvorschriften der Finanzbehörde und Praxis abgeleitet.

Sie bilden die Grundlage der Buchführung für ein Unternehmen und bestehen teilweise aus geschriebenen Richtlinien, die im Handelsgesetzbuch (HGB) festgelegt sind, aber auch aus der Praxis abgeleitete Regeln.

Die Unterscheidung zwischen GoB und GoBD

Neben den GoB sind auch die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenschutz) wichtig, denn sie spezifizieren die GoB hinsichtlich der elektronischen Buchführung.

Gliederung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung

Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) lassen sich thematisch wie folgt gliedern:

  • in die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
  • in Abgrenzungsgrundsätze und
  • in Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung.

Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Regeln:

  1. Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
    • Hier werden alle wichtigen Richtlinien bzgl. der Buchführung und Rechnungsstellung aufgeführt.
      • Grundsatz der Richtigkeit und Willkürfreiheit: Die Geschäftsvorfälle müssen tatsächlich stattgefunden haben und objektiv aus den Büchern hergeleitet werden können.
      • Grundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit: Die Buchführung muss klar und übersichtlich durchgeführt werden, sodass auch sachverständige Dritte sie nachvollziehen können.
      • Grundsatz der Einzelbewertung: Alle Vermögensgegenstände müssen einzeln bewertet werden. Nur in bestimmten Fällen werden Gruppenbewertungen zugelassen.
      • Grundsatz der Vollständigkeit: Die Buchführung muss vollständig und lückenlos sein.
      • Grundsatz der Ordnungsmäßigkeit: Alle Geschäftsvorfälle müssen chronologisch und zeitnah verbucht werden.
      • Grundsatz der Sicherheit: Alle Unterlagen müssen ordnungsgemäß archiviert werden.
      • Belegprinzip: Jedem Geschäftsvorfall muss ein Beleg zugrunde liegen.
  2. Die Abgrenzungsgrundsätze behandeln den Zeitpunkt der Erfassung von Gewinnen, Verlusten, Aufwendungen und Erträgen.
    • Realisationsprinzip: Gewinne dürfen erst dann verzeichnet werden, wenn sie auch zugegangen sind (realisiert wurden).
    • Imparitätsprinzip: Verluste müssen bereits zu dem Zeitpunkt berücksichtigt werden, sobald sie absehbar sind, z.B. Verluste aus schwebenden Geschäften (Rückstellungen).
    • Grundsatz der Periodenabgrenzung: Alle Aufwendungen und Erträge sind dem Geschäftsjahr zuzurechnen, in dem sie entstanden sind.
  3. Die Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung schreiben Regeln zur Bilanzführung im Rahmen der doppelten Buchführung vor.
    • Bilanzklarheit: Die Bilanz muss eindeutig und klar gegliedert sein.
    • Bilanzwahrheit: Die Bilanz muss vollständig und der Wahrheit entschprechend sein.
    • Bilanzkontinuität: Die Bilanz muss immer auf dieselbe Art und Weise gegliedert werden.
    • Bilanzidentität: Die Schlussbilanz des letzten Jahres und Eröffnungsbilanz des neuen Jahres müssen immer identisch sein.
  4. Was passiert wenn gegen die GoB verstoßen wird?

    Hält sich ein Unternehmen sich nicht an die GoB, z.B. bezüglich fehlender Aufzeichnungen oder Falschbuchungen, kann das Finanzamt folgendermaßen vorgehen:

    1. Berichtigung der Fehler
    2. Berichtigung durch Teilschätzung
    3. Berichtigung durch Gesamtschätzung

    Für den Unternehmer kann dies gravierende Folgen haben - natürlich je nach Umfang der Verstöße;

    • unvorteilhafte Schätzung der Besteuerungsgrundlage
    • Entzug gewisser steuerlicher Vergünstigungen
    • Steuerstrafverfahren
      • Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf unserer ausführlichen Seite zu den GoBD.

 
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