Stand: 07.09.2018

Kommaregeln beim Infinitiv

Das müssen Sie nach neuer deutscher Rechtschreibung beachten

Kommasetzung bei Infinitivgruppen mit Beispielen: Was Sie beachten müssen, wann das Komma Pflicht ist und wann die Kommasetzung optional ist

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Ob im Büroalltag oder zu Hause: auf Rechtschreibung sollte man immer Acht geben. Zu den häufigsten Fehlern gehört das Setzen von Kommata nach der deutschen Rechtschreibung.

Kommasetzung beim Infinitiv – das ist für viele ein rotes Tuch. Hauptsatz, Nebensatz, Konjunktion, Infinitiv - alles Begriffe aus der Schule und lange her.

Einige schlagen ungezählte Male die Rechtschreibregeln nach, andere meinen: "Ich setze eh die Kommas im Satz, wie es mir passt." Das kann man natürlich machen; Sie müssen jedoch beim Schreiben offizieller Schriftstücke, beim Verfassen geschäftlicher E-Mails und anderer Dokumente genaustens darauf achten, keine Fehler zu machen.

Deswegen wagen wir uns an das Thema Kommasetzung. Genauer gesagt geht es um die Kommasetzung bei Infinitivgruppen.

Was sind Infinitive bzw. Infinitivgruppen überhaupt?

Ein Infinitiv beschreibt eine Verbform, die nicht durch Numerus, Zeit, Modus oder Person bestimmt wird. Es ist sozusagen die Grundform eines Verbs. Infinitve werden nach der Rechschreibung klein geschrieben, es sei denn sie werden substantivisch gebraucht, z.B. das Schreiben.

Infinitivgruppen sind Kombinationen aus Infinitiv und "zu" oder anderen, ähnlichen Wörtern. Beispiele: zu schreiben, zu laufen, zu lachen. Seit der Reform der deutschen Rechtschreibung ist hier das Komma weitgehend optional.

Kommaregel Nr. 1: hier ist das Komma bei Infinitivgruppen optional

Sie können Infinitivgruppen in der Regel mit einem Komma abtrennen, wenn Sie ein Missverständnis vermeiden möchten oder wenn Sie die Gliederung des Ganzsatzes verdeutlichen wollen. Zum Beispiel:

  • Ich überlege(,) meinen Schreibtisch anders zu stellen.
  • Viele meldeten sich(,) bei der Veranstaltung zu helfen.
  • Ich habe mich bereit erklärt(,) das Protokoll zu schreiben.
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Kommaregel Nr. 2: hier ist das Komma bei Infinitivgruppen Pflicht

Es gibt einige Fälle, bei denen Infinitivgruppen mit einem Komma abgetrennt werden müssen:

Kugelschreiber liegt auf beschriebenem Blatt Papier © sassi / www.pixelio.de
  1. Wird zum Beispiel eine Infinitivgruppe mit Worten wie um, statt, anstatt, als, außer oder ohne im Satz eingeleitet, muss nach Reform der Rechtschreibung ein Komma gesetzt werden.
    • Ich habe dem Kunden eine E-Mail geschrieben, um seine neue Adresse in Erfahrung zu bringen.
    • Ich bleibe heute Mittag am Platz, statt in die Kantine zu gehen.
    • Meine Mutter verwendet lieber ihre alte Schreibmaschine, anstatt sich an einen Computer zu gewöhnen.
    • Es gibt nach einem anstrengenden Tag im Büro nichts Schöneres, als abends noch ein wenig Yoga zu machen.
    • Ich habe neulich mit einem Kunden auf Englisch telefoniert, ohne einen Fehler zu machen.
  2. Hängt eine Infinitivgruppe von einem Substantiv ab, muss ebenfalls ganz klar ein Komma im Satz gesetzt werden:
    • Er klemmte sich bei dem Versuch, das kaputte Fenster zu öffnen, den Finger ein.
    • Wir haben den Plan gefasst, unseren Chef zu seinem Geburtstag zu überraschen.
    • Ich habe den Wunsch, am Freitag das Büro früher zu verlassen.
Auf einen Blick: Kommaregeln beim Infinitiv
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  1. Hängt eine Infinitivgruppe von einem Korrelat (z. B. es) oder einem Verweiswort ab, muss im Satz ebenfalls ein Komma gesetzt werden:
    • Ich finde es toll, dass wir das Projekt rechtzeitig abgeschlossen haben.
    • Er prahlt in der Regel damit, viele Sprachen zu sprechen.
    • Einmal pünktlich zu gehen, das wäre schön.
  2. Achtung: Wenn in den Fällen b. und c. nur ein einfacher Infinitiv mit zu vorliegt, kann das Komma weggelassen werden (sofern es zu keinen Missverständnissen kommt).
    • Sie hat den Wunsch(,) zu gehen.
    • Ich liebe es(,) mit guter Rechtschreibung zu schreiben.

Die wichtigsten Tipps zum Thema "Kommasetzung bei Infinitvgruppen" auf einen Blick:

  1. Infinitivgruppen werden durch Kommata vom restlichen Satz getrennt.
  2. Wenn Infinitivgruppen vorangestellt sind und mit hinweisenden Worten, wie z.B. das, auf sie Bezug genommen wird, sind sie mit Kommata vom restlichen Satz zu trennen.
  3. Wenn hinweisende Worte wie es, damit oder daran die Infinitivgruppen ankündigen, sind Kommata nach der Rechtschreibregel zu setzen.
  4. Infinitivgruppen werden durch Kommata vom Rest des Satzes getrennt, wenn sie von einem Substantiv bzw. Nomen abhängig sind, welches sie konkretisiert.
  5. Auch müssen Kommata bei Infinitivgruppen gesetzt werden, wenn sie mit als, außer, (an)statt, um und ohne eingeleitet werden.
  6. Wenn die Kommata bei Infinitivgruppen jedoch keine Pflicht sind, können sie trotzdem gesetzt werden, um den Satz lesbarer zu gestalten.
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