Stand: 21.08.2019

Home-Office und mobiles Arbeiten

Bislang besteht nach deutschem Recht kein gesetzlicher Anspruch auf Home-Office oder mobiles Arbeiten. Ob der Arbeitnehmer von zu Hause aus oder mobil arbeiten darf, bestimmt sich nach seinem Arbeitsvertrag, einer etwaig bestehenden Betriebsvereinbarung oder die Gestattung durch den Arbeitgeber im Einzelfall.

Frau arbeitet von zu Hause aus an ihrem Computer

Beim Homeoffice findet die Arbeit zu Hause statt. Oft werden die Arbeitsergebnisse dem Arbeitgeber über digitale Kanäle übermittelt. © Pexels

Formen der Telearbeit

Die Bandbreite der Gestaltungsmöglichkeiten zur Vereinbarung von Telearbeit (auch als Homeoffice bezeichnet) ist groß. Unter Telearbeit ist eine Form der Arbeitsorganisation zu verstehen, bei der die Arbeitsleistung außerhalb der betrieblichen Arbeitsstätte unter Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechniken erbracht und eine telekommunikative Verbindung zum Arbeitgeber aufgebaut wird.

Unter einem Home-Office wird allgemein ein vom Arbeitgeber außerhalb des Betriebs im Privatbereich des Arbeitnehmers eingerichteter fester Arbeitsplatz verstanden, von dem aus der Arbeitnehmer tätig wird. Nach § 2 Abs. 7 Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sind Telearbeitsplätze vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich des Beschäftigten, für den der Arbeitgeber eine mit dem Beschäftigten vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt hat.

Von mobilem Arbeiten spricht man hingegen, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gestattet, seine Arbeitsleistung außerhalb des Betriebs zu erbringen, ohne ihm einen festen Arbeitsplatz einzurichten. Die mobile Arbeit kann an jedem beliebigen Ort erfolgen (z.B. auf Reisen oder im Hotel).

Eine weitere Variante der Telearbeit besteht darin, dass der Arbeitnehmer von mindestens zwei Arbeitsstätten aus, sowohl in der betrieblichen Arbeitsstätte als auch von zu Hause resp. unterwegs, seine Arbeitsleistung erbringen kann (sog. alternierende Telearbeit).

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Wussten Sie schon?

Homeoffice, Home Office oder doch Home-Office?

Sollten Sie bislang Home Office geschrieben haben, so befinden Sie sich in der Mehrheit: die Googleabfrage nach Home Office liefert mehr Ergebnisse als Homeoffice. Dennoch wären laut Duden nur die Schreibweisen Homeoffice und Home-Office richtig.

Heimarbeit

Der Begriff Heimarbeit ist vom Homeoffice abzugrenzen. Heimarbeit meint allgemein eine Erwerbstätigkeit, die meist zu Hause erledigt wird. Dabei werden einfach gelagerte Tätigkeiten, wie zum Beispiel Kugelschreiber zusammenbauen, ausgeführt.

Arbeitsschutz im Home-Office

Beim Thema Arbeitsschutz bestehen die größten Unterschiede zwischen der Tätigkeit im Home-Office und mobilem Arbeiten.

Bei der Einrichtung des Home-Office muss der Arbeitgeber die Anforderungen des Arbeitsschutzes beachten. Entsprechend hat der Arbeitgeber bei der erstmaligen Einrichtung eine Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) durchzuführen und während der Tätigkeit im Home-Office mögliche Gefährdungen abzustellen. Ein Betreten der Wohnung des Arbeitnehmers ist dem Arbeitgeber ohne die Zustimmung des Arbeitnehmers grundsätzlich nicht gestattet.

Beim mobilen Arbeiten ist keine Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen. Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer jedoch Arbeitsmittel bereitzustellen, von denen keine Gefährdungen für den Arbeitnehmer ausgehen, und ihn in Sicherheitsrisiken zu unterweisen. Der Arbeitnehmer ist bei der mobilen Arbeit vermehrt selbst gefordert, indem er dem Arbeitgeber bestehende Risiken mitteilen muss. Auch die mobile Arbeit darf der Arbeitnehmer nicht unter erkennbar gesundheitsgefährdenden Umständen ausüben.

Eine Frau steht am Bahnhof

Arbeitnehmer könen bei Telearbeit ihre Arbeit flexibel gestalten und sind nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. © Pexels

Arbeitszeit

Die Vorteile der Telearbeit werden zu meist darin gesehen, dass der Arbeitnehmer bei der Arbeit von Zuhause aus seine Arbeitszeit flexibel gestalten und so seine privaten mit den beruflichen Interessen besser vereinbaren kann. Aber auch bei der Telearbeit sind die Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) zu beachten. Hierzu gehören insbesondere:

  • Begrenzung der werktäglichen Arbeitszeit auf acht Stunden (Ausweitung auf bis zu zehn Stunden möglich, wenn die Differenz innerhalb von sechs Monaten oder 24 Wochen ausgeglichen wird)
  • Gewährung von Pausen (die weder zu Beginn noch am Ende der Arbeitszeit gelegt werden können)
  • Einhaltung der Ruhezeit von elf Stunden

Daten- und Geheimnisschutz

Die Vorgaben des Datenschutzes und der Datensicherheit sind auch im Home-Office und beim mobilen Arbeiten zu gewährleisten. Hierzu gehört die Ausarbeitung eines vollständigen Datenschutz- / IT-Sicherheitskonzeptes, u.a. geeignete technische und organisatorische Maßnahmen (TOM). Besonderes Augenmerk sollte bei diesen Formen der Telearbeit darauf gelegt werden, dass Dritte keinen Zugriff auf Daten und Arbeitsmittel, über die der Arbeitnehmer verfügt, erhalten. Beispielsweise sollte der Arbeitnehmer verpflichtet werden, abschließbare Schränke bereitzuhalten oder von einem abschließbaren Zimmer aus zu arbeiten. Letztlich sind Vorkehrungen zu treffen, dass vertrauliche Daten durch Telefonate des Arbeitnehmers und die mobile Arbeit am Laptop Dritten nicht zugänglich gemacht werden.

Unfallversicherungsschutz im Home-Office

Auch beim Home-Office und mobilem Arbeiten besteht für den Arbeitnehmer Unfallversicherungsschutz, wenn ein Zusammenhang zwischen Unfall und betrieblicher Tätigkeit besteht. Entscheidend ist, ob der Arbeitnehmer im konkreten Einzelfall eine dem Arbeitgeber dienende Tätigkeit ausüben wollte und diese Handlungstendenz durch die objektiven Umstände des Einzelfalls bestätigt wird (objektivierte Handlungstendenz). Der Nachweis, dass eine versicherte Tätigkeit vorlag, ist vom Arbeitnehmer zu führen.

 
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