Stand: 23.11.2018

Energiemanagement

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Die Energiepolitik in Deutschland wird wesentlich geprägt durch die energiepolitischen und klimaschutztechnischen Zielsetzungen der Europäischen Union. Die Bundesregierung hat ambitionierte Vorgaben formuliert um diese Ziele zu erreichen und die Anforderungen die sich ergeben zu erfüllen. Ein Schlüssel für eine erfolgreiche Energiepolitik ist die Steigerung der Energieeffizienz. Daraus folgt, dass auch Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende beitragen müssen.

Daher bekommen produzierende Unternehmen der deutschen Wirtschaft Steuerreduzierungen im Bereich der Energie- und Stromsteuer sowie andere Vergünstigungen beim Bezug von Elektroenergie nur noch genehmigt, wenn die Unternehmen zur Verbesserung der Energieeffizienz beitragen.

Steuerentlastungen werden gewährt, wenn für das Antragsjahr nachgewiesen wird, dass ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 aufgebaut wurde (oder das Unternehmen wurde nach EMAS – Eco Management Audit Schema, auch bekannt als Öko-Audit geprüft).

Für kleinere und mittlere Unternehmen – KMU – können alternative Systeme zur Steigerung der Energieeffizienz angewendet werden. Diese Systeme müssen den Anforderungen der DIN EN 16247-1 entsprechen.

Weiterhin sind die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet sicherzustellen, dass alle Unternehmen die größer als ein KMU sind, bis zum 05.12.2015 ein Energieaudit durchführen oder ein Energiemanagement einführen. Dazu wurde in Deutschland das Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen – EDL-G – novelliert. Betroffen sind von dieser Regelung auch das nicht produzierende Gewerbe wie z.B. Handel, Banken, Versicherungen, private Krankenhäuser.

Im Rahmen des EDL-G sind Systeme nach DIN EN ISO 50001 und Energieaudits nach DIN EN 16247-1 zugelassen.

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Energiemanagementsystem – EnMS / Energiemanagement – EnM

EnM ist die Kombination von Maßnahmen, die es ermöglichen eine geforderte Leistung durch einen minimalen Energieeinsatz zu erbringen. Dabei bezieht es sich sowohl auf Strukturen, Prozesse und Systeme als auch auf Verhaltensweisen und deren Änderungen.

Nach VDI 4602 ist EnM definiert als „… die vorausschauende, organisierte und systematische Koordinierung von Beschaffung, Wandlung, Verteilung und Nutzung von Energie zur Deckung der Anforderungen unter Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Zielsetzungen.“

Die DIN EN ISO 50001:2011-12 definiert ein EnMS als „Gesamtheit miteinander zusammenhängender oder interagierender Elemente zur Einführung einer Energiepolitik und strategischer Energieziele, sowie Prozesse und Verfahren zur Erreichung dieser strategischen Ziele“.

Ein EnMS bildet in einem Unternehmen die Struktur, die einen ressourcenschonenden Energieeinsatz ermöglicht. Hierzu gehört die kontinuierliche Überwachung und Bewertung des Systems sowie daraus abgeleitete Maßnahmen.

EnMS werden, ähnlich anderen Managementsystemen, systematisch im PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) aufgebaut und verfolgen dabei das Ziel, die energiebezogene Leistung eines Unternehmens ständig zu verbessern.

Energieaudit

Ein Energieaudit ist ein Verfahren, welches durch systematisches Vorgehen Informationen über bestehende Energieverbrauchsprofile eines Gebäudes, Betriebes oder Prozesses ermittelt. Es bildet die Grundlage für die Ermittlung und Quantifizierung der Möglichkeiten zur Energieeinsparung und deren wirtschaftlichen Bewertung.

Die DIN EN 16247-1 beschreibt die Anforderungen an Energieaudits.

 
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