Pride Business Resource Group der Randstad Gruppe Deutschland

28.09.2023  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Randstad Deutschland GmbH & Co. KG.

Gegründet vor einem Jahr, setzt sich die Pride Business Resource Group (BRG) der Randstad Gruppe Deutschland für Vielfalt und einen inklusiven Arbeitsplatz für LGBTQIA+ Menschen ein. Im Interview erläutert Frank Münze, Head of Talent & EDI&B bei Randstad, wie die Pride BRG die Sichtbarkeit, Aufklärung und Veränderung vorantreibt, um Vorurteile abzubauen und eine inklusive Arbeitsumgebung zu fördern.

Was ist die Pride BRG? Wie ist sie entstanden?

Frank Münze: Wir sind eine freiwillige, von Mitarbeitenden geleitete Gruppe, die einen vielfältigen und integrativen Arbeitsplatz für LGBTQIA+ Menschen innerhalb der Randstad Gruppe Deutschland fördert und deren Interessen, Bedürfnisse und Belange im Unternehmen unterstützt. Hierbei sind wir uns des Rückhalts von Seiten der Geschäftsführung und unseres globalen CEOs Sander van’t Noordende sicher.

Durch meine Arbeit in internationalen HR-Projektgruppen hatte ich in den vergangenen Jahren die Gelegenheit, Einblicke in die Arbeit der nordamerikanischen BRGs zu nehmen. Deren Engagement für mehr Akzeptanz und Sichtbarkeit hat mich seinerzeit sofort angesteckt. Die Idee für eine Pride BRG innerhalb der Randstad Gruppe Deutschland wurde also geboren.

Vor genau einem Jahr, am 05. September 2022, war es dann soweit: An diesem Tag trafen sich erstmals die zehn Gründungsmitglieder, um eine Plattform und Anlaufstelle für all jene zu schaffen, die sich für sexuelle Vielfalt und ihre Sichtbarkeit innerhalb unserer Unternehmensgruppe stark machen wollen.

Wer ist in der Pride BRG engagiert?

Frank Münze: Die Mitglieder der Pride BRG setzen sich aus Mitarbeitenden unterschiedlicher Unternehmensbereiche aller Gesellschaften der Randstad Gruppe Deutschland zusammen. Zu Beginn bestand die Gruppe aus Menschen, die sich der LGBTQIA+-Gemeinschaft zugehörig fühlen. Hier lag der Fokus zunächst darauf, unser eigenes Gruppenverständnis und die Mission unserer Arbeit zu entwickeln. Des weiteren war und ist es uns ein Anliegen sicherzustellen, dass wir als ‚sicherer Hafen’ nicht nur Anlaufstelle für Interessierte sind, sondern vertrauliche Gespräche im geschützten Raum ermöglichen.

Seit dem 08. Mai 2023 hat sich die Pride BRG dann für die gesamte Organisation geöffnet, sodass auch alle Unterstützungswilligen, die sogenannten Allies, Teil der Pride BRG sind. Der gemeinsame Austausch aus den unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen heraus ist ein wichtiger Beitrag zur gelebten Vielfalt im Unternehmen.

Inzwischen hat sich unsere Gruppenstärke verdoppelt – und Neuzugänge sind jederzeit willkommen.

Wofür setzt ihr euch ein – und warum macht ihr das, was ihr tut?

Frank Münze: Neben dem Ziel, das Bewusstsein in der Organisation für sexuelle Vielfalt am Arbeitsplatz zu stärken, geht es auch um die vollständige Einbeziehung der LGBTQIA+-Gemeinschaft in alle Unternehmensaktivitäten.

Unser Beitrag, die Vielfalt und Inklusion in der Unternehmenskultur zu fördern, besteht zudem darin, zu informieren, aufzuklären, Vorbehalte abzubauen und Menschen Unterstützung anzubieten. Und ich kann versichern: Jedes einzelne Mitglied der Pride BRG setzt sich mit voller Leidenschaft und tiefer Überzeugung für die gemeinsamen Interessen und ein noch besseres Miteinander ein.

Es wäre schön, wenn es eines Tages keinen Mut mehr erfordert, auf eine selbstverständliche Art und Weise mit Kolleginnen und Kollegen über sich selbst zu sprechen. Wir wünschen uns Pride als integrierte ‚alltägliche Normalität’. Die Arbeit einer Business Resource Group erzielt hierbei nachweisbar positive Effekte.

Ich persönlich habe aufgrund meiner Rolle als Head of Talent & EDI&B einerseits, und als Gründer der Pride BRG andererseits einen im Wortsinn diversen Blick auf die Dinge.

Als HR-Führungskraft liegt mein Fokus auf unserer wertschöpfenden Verantwortung dem Unternehmen gegenüber. Hier sind vor allem strategische Ziele auf Grundlage zu entwickelnder Business-Pläne und KPIs zu erreichen und zu steuern. Als Teil der Pride BRG sehe ich vor allem die Menschen und deren Geschichten – und natürlich spielen da auch schon einmal meine persönlichen Erfahrungen im Alltag, wie im Unternehmen, eine Rolle. Die Wahrung von Grundrechten sowie der Einsatz für Gleichheit und Gerechtigkeit über das Thema Pride hinaus ist mir eine Herzensangelegenheit.

Wo steht ihr mit der BRG aktuell?

Frank Münze: In diesem Jahr konnten wir bereits für deutliche Sichtbarkeit des Themas Pride und unserer BRG sorgen. So haben wir eine Vielzahl an Posts, Artikeln und Interviews in den Randstad Social Media Kanälen und in unserem Intranet veröffentlicht. Ich selbst hatte die Gelegenheit, ein Radiointerview zum Thema Diversität im Arbeitsalltag zu geben, das auf unserer Homepage verlinkt ist. Wir waren stolzer Sponsor beim CSD MTK in Eschborn und haben unsere Tochtergesellschaft Monster anlässlich der Pride Talentmesse „sticks & stones” in Berlin an deren Infostand unterstützt. Auf unserem diesjährigen Randstad Sommerfest #EnergySummer haben wir mit unserer Pride BRG alle anwesenden Kolleginnen und Kollegen, die unsere Gruppe an unserer Pride Candy Bar besucht haben, mit Leckereien und Informationen rund um unsere Arbeit versorgt.

Und genauso erfolgreich, vielfältig und bunt wollen wir weitermachen.

Aktuell arbeiten wir an einem Aktivitätenplan und streben die Vernetzung mit anderen Pride BRGs auf globaler Ebene an. Gemeinsam mit Carlotta Köster-Brons und Patrick Bussat von CSR erarbeiten wir in Kooperation mit der PROUT AT WORK-Foundation ein Lernangebot zum Thema Pride. Und auch auf globaler Ebene sind noch vielfältige Aktivitäten zu erwarten.

Warum ist Pride wichtig?

Frank Münze: Eine unterstützende Haltung und eine inklusive Arbeitsumgebung sind grundlegende Elemente der Vielfalt am Arbeitsplatz. Gelebte Vielfalt und sichtbare Diversität in der Belegschaft fördern die Attraktivität als arbeitgebendes Unternehmen und ziehen neue Talente an, beispielsweise aus der Pride Community. Neben der ethischen und moralischen Komponente schafft die Akzeptanz und Sichtbarkeit von Pride auch einen nachweislich wirtschaftlichen Nutzen für das Unternehmen.

Aus Sicht der Pride BRG muss ich hinzufügen, dass Pride in der Gesellschaft und im Unternehmen noch nicht als integrierte ‚alltägliche Normalität’ angekommen ist. Wir erleben im Alltag nach wie vor Vorbehalte, übergriffige Äußerungen bis hin zu Ausgrenzungen und Ablehnung. Daher müssen wir, die Pride BRG der Randstad Gruppe Deutschland, auch weiterhin täglich für Sichtbarkeit und Aufklärung sorgen.

Was sind Business Resource Groups (BRG)?
Hierbei handelt es sich um betriebsinterne, freiwillige, mitarbeiter-initiierte Gruppen. Ihr Ziel ist es, abgestimmt auf ihr Unternehmen einen vielfältigen, integrativen Arbeitsplatz zu fördern. Sie befassen sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Den sich in die BRGs einbringenden Mitarbeitern ist dabei ein Merkmal gemein, zum Beispiel das Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Religionszugehörigkeit, Lebensstil oder Interessen. In der Randstad Gruppe Deutschland unterstützen sich die Mitglieder der BRGs gegenseitig und tragen zur gelebten, integrativen und inklusiven Kultur der Vielfalt bei Randstad bei, indem sie Erfahrungen austauschen, wertvolles Wissen einbringen, Empfehlungen für arbeitgeberseitige Projekte zum Thema Vielfalt aussprechen, eigene Projekte initiieren, Netzwerke bilden und Mentoring anbieten.

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