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Investorenumfrage: Dividendenrendite gewinnt als Quelle von Shareholder-Value an Bedeutung

15.05.2012  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Boston Consulting Group.

Jährliche BCG-Umfrage: Unternehmen mit starken Cashflows bevorzugt – Anleger wollen, dass mehr Dividenden an Aktionäre ausbezahlt werden

Investoren sind hinsichtlich der Aussichten der Weltwirtschaft und der globalen Aktienmärkte zunehmend pessimistisch – und setzen daher auf einen traditionellen Wertschaffungsansatz: Die verfügbaren Cashflows eines Unternehmens werden zum wichtigsten Investitionskriterium. Dies zeigt eine Umfrage der Boston Consulting Group (BCG) im ersten Quartal 2012 unter 165 Portfoliomanagern und Analysten in Fondsgesellschaften, die insgesamt rund 1,2 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten verantworten. Die Umfrage wurde zum vierten Mal in Folge durchgeführt, um die Ansichten von Investoren zur Weltkonjunktur und ihre Prioritäten bezüglich der Wertschaffung abzufragen.

Die Ergebnisse der diesjährigen Umfrage legen nahe, dass die rund 25-jährige Phase, in der Wachstum im Zentrum des Interesses von Anlegern stand, zu Ende gehen könnte – zugunsten eines stärkeren Fokus auf Rendite.

Cashflows von Unternehmen werden zum wichtigsten Kriterium für Investitionsentscheidungen

Ereignisse wie das Erdbeben und der Tsunami in Japan sowie die andauernde Finanzkrise in der Eurozone haben Investoren hinsichtlich des Wirtschaftswachstums pessimistisch gestimmt. Die Mehrzahl der Befragten (57 Prozent), die sich auf nicht-amerikanische Aktienwerte, sowie ein Drittel der Befragten (32 Prozent), die sich auf US-Aktienwerte konzentrieren, gehen davon aus, dass eine weitere Rezession ("Double Dip") im laufenden Jahr sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich ist. Dieser Pessimismus äußert sich auch in den erwarteten durchschnittlichen Aktienrenditen: 2011 rechneten noch rund die Hälfte der Befragten (46 Prozent) mit einer durchschnittlichen Aktienrendite (Total Shareholder Return, TSR) von sechs bis acht Prozent, 31 Prozent sogar mit acht bis zehn Prozent. Aktuell halten 40 Prozent der Befragten durchschnittliche Aktienrenditen von sechs bis acht Prozent für realistisch; lediglich 15 Prozent der befragten Investoren rechnen mit einem TSR von acht bis zehn Prozent, während 31 Prozent Werte von nur vier bis sechs Prozent erwarten.

Nachdem Anleger ihre Wachstumserwartungen zurückgeschraubt haben, haben die Befragten die Cashflows von Unternehmen zum wichtigsten Kriterium für Investitionsentscheidungen gemacht; damit ist dieses Kriterium um zwölf Prozentpunkte vom fünften Platz im letzten Jahr aufgestiegen und rangiert sogar vor der Glaubwürdigkeit des Managements. Mehr noch: Investoren wollen, dass Cashflows direkt in Form von erhöhten Dividenden ausgeschüttet werden. Seit der ersten BCG-Umfrage 2009 haben Dividendenerhöhungen als Einsatz der Cashflows um 29 Prozentpunkte an Bedeutung gewonnen; somit liegen sie auf dem zweiten Platz, nach Investitionen in organisches Wachstum.

Zudem hat auch die Euroschuldenkrise die Bedenken regionaler Investoren hinsichtlich der Gesundheit von Unternehmensbilanzen erneuert. Umfrageteilnehmer, die sich auf europäische Aktienwerte fokussieren, wenden sich von organischem Wachstum und M&A ab – und messen stattdessen dem Aufbau von Cash in der Bilanz eine höhere Priorität bei.

"In den vergangenen Jahrzehnten haben Kurssteigerungen den Löwenanteil der durchschnittlich erzielten Aktienrendite ausgemacht", sagt Frank Plaschke, BCG-Partner und Mitautor der BCG-Analysen. "Das wachsende Vertrauen auf Dividenden ist eine Rückkehr zu einem historischen Trend. Wenn man die Zusammensetzung der durchschnittlich erzielten Aktienrenditen der S&P-500-Unternehmen zwischen 1900 und 2011 betrachtet, machen Dividendenausschüttungen rund die Hälfte der gesamten Aktienrenditen aus. Insbesondere in Zeiten, in denen Aktienkurssteigerungen moderat ausfallen, gewinnen Dividendenrenditen an Bedeutung, um adäquate Aktienrenditen zu erwirtschaften und den Marktdurchschnitt zu schlagen." Bereits im Rückblick auf die Kapitalmarktentwicklung 2011 hatte BCG einen stärkeren Beitrag der Dividendenrendite dokumentiert.

Nachhaltig signifikante Dividendenerhöhungen stärken oftmals auch die Börsenbewertungen – ein wichtiger Grund, warum Investoren Ausschüttungen freier Cashflows in Form von Dividenden anstelle von Aktienrückkäufen befürworten. So ist die Mehrheit der befragten Anleger (69 Prozent) der Meinung, dass Unternehmen sich schwertun, den Zeitpunkt für Aktienrückkäufe zu planen. "Die starke Präferenz der Investoren für Dividenden gegenüber Rückkäufen belegt, was BCG-Studien konsistent gezeigt haben: Dividendenerhöhungen haben einen positiveren Einfluss auf die Bewertung eines Unternehmens als Aktienrückkäufe", erläutert Frank Plaschke.

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