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Umfrage: Nur jede dritte Frau in Deutschland fühlt sich finanziell unabhängig

11.05.2022  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Fidelity Investment Managers.

Nur jede dritte Frau (33 %) in Deutschland fühlt sich finanziell unabhängig. Das ist ein zentrales Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Fidelity International, die vom Marktforschungsinstitut Opinium durchgeführt wurde.

So konnten in den vergangenen zwölf Monaten jeweils mehr Männer als Frauen ihre Beiträge zum Sparen und Investieren oder für die private Altersvorsorge erhöhen. Ähnlich sieht es beim persönlichen Einkommen aus: Während 23 % der Männer im vergangenen Jahr ihr persönliches Einkommen steigern konnten, trifft dies nur auf 18 % der Frauen zu. Jede fünfte Frau (20 %) musste dagegen Abstriche beim Einkommen verzeichnen.

Zwar hat ein hoher Anteil der Befragten unabhängig vom Geschlecht (Männer: 69 %, Frauen: 70 %) das Gefühl, die täglichen Ausgaben gut im Griff zu haben. Doch mit Blick auf den Ruhestand klafft die Lücke auseinander: Während fast jeder zweite Mann sich finanziell gut für das Alter aufgestellt fühlt, ist es bei den Frauen noch nicht mal jede Dritte. Das spiegelt sich in konkreten Zahlen wider: In den vergangenen zwölf Monaten konnten Männer fast 600 Euro mehr für ihre private Altersvorsorge aufwenden als Frauen.

Das Empfinden der eigenen finanziellen Unabhängigkeit hängt eng mit dem Beschäftigungsverhältnis zusammen: Denn arbeitet eine Frau in Teilzeit, sagt sogar nur noch knapp jede siebte Befragte, sie sei finanziell unabhängig (14 %). Häufig korreliert dies unmittelbar mit der Verantwortung für jüngere Kinder, die insbesondere von den Frauen als Grund für die Abhängigkeit genannt wird: 33 % der Frauen im Alter zwischen 35 und 54 gaben dies an. Bei den Männern gleichen Alters waren es 17 %.

„Frauen in Deutschland bezeichnen ihre finanzielle Situation seltener als zufriedenstellend als Männer. Das belegt unsere jüngste Umfrage. Es gibt vielfältige gesellschaftliche Ursachen, die zu einer fehlenden finanziellen Unabhängigkeit bei Frauen führen – wie ein im Vergleich zu Männern häufig geringeres Einkommen, mehr Teilzeitarbeit oder die stärkere Verantwortung für Familienangehörige“, sagt Jan Schepanek, Head of Personal Investing & Advisory bei Fidelity International in Deutschland.

„Nun geht es darum, aus den Erkenntnissen konkrete Schlüsse zu ziehen und Lösungsansätze zu entwickeln. In einer Welt, die sich an neue Realitäten anpasst, müssen wir alle dazu beitragen, dass finanzielle Gleichberechtigung auch künftig ein zentrales gesellschaftliches Anliegen bleibt. Dazu müssen auch Politik und Wirtschaft mit in die Verantwortung genommen werden: Neben einem besseren Zugang zu einer finanziellen Allgemeinbildung in Deutschland benötigen wir etwa konkrete Verpflichtungen, die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zu schließen“, so Jan Schepanek.

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