Redewendung: Der springende Punkt

11.04.2019  — Jasmin Dahler.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Ob bei politische Debatten oder einer Diskussion am heimischen Küchentisch: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand die Phrase „der springende Punkt“ gebraucht, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Wussten Sie, dass es diese bereits seit der Antike gibt?

Mit dem springenden Punkt markiert sein*e Benutzer*in den Inhalt des Satzes, der ihm oder ihr wirklich wichtig ist. Das machen wir jedoch nur verbal und malen keine Punkte über wichtige Inhalte in unseren Texten. Somit bezieht sich die Redewendung nicht auf ein Satzzeichen.

Die Herkunft dieser Redensart hat tatsächlich mit etwas Lebendigem zu tun. Im Hinblick auf die kommenden Feiertage erahnen Sie vielleicht sogar, auf was es sich bezieht: ein Hühnerei. Der griechische Philosoph und Naturforscher Aristoteles beschreibt in seiner "Historia animalium" anlässlich der Entstehung des Lebens im Ei einen Blutfleck im Eiweiß. Aristoteles ging davon aus, dass es sich hierbei um die Keimzelle des Herzens handelt. Er schreibt, dass dieser kleine Punkt bereits in diesem frühen Stadium wie ein Lebewesen hin und her springe.

Diese Stelle wurde später ins Lateinische übersetzt: "Quod punctum salit iam et movetur ut animal." Daraus ging der Ausdruck "punctum saliens" hervor, der in die Gelehrtensprache übernommen wurde. Irgendwann wurde die Bedeutung des Punktes, von dem das Leben ausgeht, der Punkt, der die Wichtigkeit betont.

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