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Raus aus der sozialen Isolation – Rein ins virtuelle Miteinander

08.04.2021  — Nele Röder.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Schlurfend und in Jogginghose tritt man den Weg von der heimischen Kaffeemaschine zum Laptop an. Das erste Meeting des Morgens beginnt, dabei schreibt man hier eine Mail und dort eine Skype-Nachricht. Aber wirklicher Austausch mit Kolleg*innen? Fehlanzeige. Wie wir das ändern können.

Sind wir mal ehrlich: bei manchen Kolleg*innen sind wir gar nicht einmal so traurig, dass wir sie nicht mehr täglich zu Gesicht bekommen. Aber das Gesamtpaket des sozialen Miteinanders geht durch anhaltendes Homeoffice doch verloren. Aus Social Distancing wird Emotional Distancing. Es ist Zeit, diese Problematik mit kreativen Ideen und neuen Innovationen anzugehen.

Der Videocall in neuem Gewand

Im Geschäfts-Meeting auf kleinen Kacheln stundenlang die Kolleg*innen oder sich selbst betrachten, während das WLAN unter der Last des Home Schoolings und Homeoffice ächzt, ist sicher nicht Jedermanns Lieblingsbeschäftigung.

Dennoch kann es sinnvoll sein, das Angebot von Videotelefonaten sogar zu erweitern. Etwa, indem man nach betrieblichen Meetings im Anschluss 15 Minuten Gelegenheit für private Themen gibt. Oder in der Mittagspause oder nach Feierabend Formate wie Lunch and Learn (Vorstellen von aktuellen Themen während des Mittagessens) bzw. einfach ein gemütliches Feierabendbier anbietet. So sieht man die Kolleg*innen auch einmal abseits der letzten wichtigen Präsentation.

Auch der Videocall selber kann ganz neu gestaltet werden. Weg von Zoom, Skype oder Teams hin zu innovativen Ideen. So ist beispielsweise der Fall der Autorin Viviane Schwarz auf Twitter viral gegangen: Ihr Team trifft sich im Computerspiel Red Dead Redemption. Das bedeutet Lagerfeuer und heulende Wölfe statt weißer Zoom-Hintergründe, elegantes Galoppieren aus dem Sichtfeld statt gequältem Abschiedslächeln in die Kamera.

Ein kleines virtuelles Büro

Eine andere Möglichkeit ist das Remote-Arbeiten in virtuellen Büroräumen. Umgebungen wie WorkAdventure oder Gathertown sollen ein Arbeiten wie im Büro ermöglichen: mit offiziellen und offiziellen Meetings sowie Kaffeepausen und Flurgesprächen.

Das Grundprinzip ist folgendes: Man bewegt sich als kleiner, selbst gestalteter Avatar durch ein 2-D-Büro, kann in Zonen Halt machen, in denen alle miteinander sprechen oder sich in Ruhezonen setzen. Bewegt sich der Avatar in die Nähe eines Anderen, öffnet sich automatisch ein Video-Chat. Auch gemeinsame Notizbücher lassen sich im Büro besuchen und nutzen, so lässt sich beispielsweise das vergessene schwarze Brett aus dem realen Büro wieder aufleben.

In Gathertown wird beispielsweise auch ein Chat angezeigt, der nur von Leuten in der direkten Umgebung gelesen werden kann. Wird nun in einem virtuellen Saal ein größeres Meeting abgehalten, ermöglicht das, mit einem Nachbarn oder einer Nachbarin zu schreiben oder zu sprechen, ohne den Redner/die Rednerin zu unterbrechen.

Eigene Initiative ergreifen

Wem diese Ideen weniger zusagen, da der Computer beispielsweise schon vor Downloads, Apps und Lesezeichen überquillt, tut sich gut daran, auf unkomplizierterte Methoden zurückzugreifen, die simpel aber effektiv social distancing verringern können.

So ist ein kleiner Schritt aus der sozialen Isolation die Frage an die Lieblingskolleg*innen, wie sie das Wochenende verbracht haben oder was die Kinder/Haustiere/Pflanzen gerade machen. In der schnelllebigen Welt der Chats und Mails geht so eine Frage gerne unter, aber hat Potential, in ein längeres schriftliches oder mündliches Gespräch auszuufern.

Und hat sich in dieser Zeit ein Lieblingskollege oder eine Lieblingskollegin deutlich herauskristallisiert, deren fehlende Frotzeleien sich jetzt deutlich bemerkbar machen, ist vielleicht ein Spaziergang das Mittel der Wahl. Dieser kann ganz klassisch abgehalten werden oder auch telefonisch: in dem Fall rufen Sie während eines ausgedehnten Mittagspausen-Spaziergangs einfach ihren Lieblingskollegen an und besprechen das neuste Problem oder auch einfach private Neuigkeiten.

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Bild: mikoto.raw (Pexels, Pexels Lizenz)

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