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Obstkorb war gestern: Große Kluft zwischen aktuellen Benefits und Mitarbeitendenwünschen

11.05.2022  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: voiio GmbH.

Eine aktuelle Studie des HR-Startups voiio zur Bedeutung von Mitarbeiterbenefits zeigt: Unternehmen setzen auf Zusatzleistungen, die am Bedarf ihrer Mitarbeiter*innen vorbeigehen. Doch was können sie etwa statt Obstkorb, der im Homeoffice wenig attraktiv ist, anbieten?

Die Zusatzleistungen deutscher Arbeitgeber gehen an den Bedürfnissen ihrer Belegschaften vorbei. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, für die das HR-Startup voiio gemeinsam mit dem Arbeitgeberbewertungsportal kununu 1.500 Beschäftigte sowie 109 Arbeitgeber befragte. Demnach ist die betriebliche Altersvorsorge derzeit die gängigste Zusatzleistung in deutschen Unternehmen. 50,6 % der befragten Beschäftigten geben an, diese zu erhalten. Auf dem zweiten Platz folgen Impfangebote an die Mitarbeiter*innen (38,5 %), vor der betrieblichen Kantine (33,7 %) Rabatte für Mitarbeitende (27,4 %), Jobtickets (27,2 %) sowie kostenloses Obst (26,7 %). Dieses konventionelle Angebot stößt allerdings auf wenig Gegenliebe. Denn statt klassischer Benefits wünschen sich Mitarbeiter*innen ganz andere Unterstützung. In einem Ranking, inwieweit welche Benefits sich auf ihre Arbeitgeberzufriedenheit auswirken, setzen 46 % von ihnen Zusatzleistungen für Familie und Work-Life-Balance auf Platz 1 – mit Abstand das höchste Votum.

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Das Problem daran: Gerade solche Angebote sind in den wenigsten Unternehmen Standard. Denn gerade einmal 11,8 % der Mitarbeiter*innen profitieren von Zusatzleistungen zur familiären Freizeitgestaltung. Nur jede*r Zehnte wird in der Pflege von Angehörigen unterstützt und in den Genuß von sogenannten Concierge-Serviceleistungen (Umzugshilfe oder Haushaltsdienstleistungen) kommen gerade einmal 3,4 %.

Mitarbeiter würden Budget anders verteilen, als Unternehmen das aktuell tun

Statistische Erhebungen besagen, dass deutsche Unternehmen derzeit im Schnitt ein jährliches Benefit-Budget von etwas mehr als 1.000 Euro pro Mitarbeiter*in veranschlagen. Im Rahmen der Studie wurden die Befragten daher gebeten, diesen finanziellen Spielraum selbst für ihr gewünschtes Mitarbeiterprogramm einzusetzen. Das Ergebnis: Den Löwenanteil von 293 Euro (29,3 %) würden sie für die Kategorie „Familie und Work-Life-Balance“ ausgeben, knapp 15 % für Gesundheitsprogramme sowie 13 % für Angebote zur Mobilität. Für den Bereich „Finanzen und Recht“, dem zum Beispiel betriebliche Altersvorsorge oder vermögenswirksame Leistungen zugeordnet werden, würden die Befragten dagegen nur 9 % des Budgets locker machen. Die parallele Unternehmensbefragung ergab indes eine tatsächliche Praxis, die dem Wunschbild der Belegschaften völlig entgegensteht. Denn mehr als die Hälfte der Unternehmen investiert tatsächlich weniger als 5 % des Budgets in familienfreundliche Zusatzleistungen. Am meisten geben Arbeitgeber stattdessen für Benefits in den Kategorien Gesundheit, Mobilität und Sport aus.

Bewerber*innen suchen zunehmend nach Informationen zu Mitarbeiter-Benefits

Eine exklusive Erhebung des Arbeitgeberbewertungsportals kununu zeigt, dass Mitarbeiter-Benefits in der Jobsuche von Bewerber*innen eine immer größere Rolle spielen. „Bei der Analyse unserer mehr als 5 Millionen Bewertungen sehen wir, dass die Thematisierung von Zusatzleistungen in den letzten drei Jahren um 62 % anstieg. Das zeigt: Mitarbeitende befassen sich intensiv mit arbeitgeberseitigen Zusatzleistungen und ziehen sie in Betracht, wenn sie eine neue berufliche Herausforderung suchen“, so Chesran Glidden von kununu.

Ausflüge und Events mit der Familie sind auch Arbeitgebersache

Wenn es darum geht, was die Beschäftigten unter familienfreundlichen Zusatzleistungen verstehen, haben sie eine klare Vorstellung. Von den genannten 293 Euro, die sie in diese Benefit-Kategorie investieren würden, gingen 41 % in die Unterstützung von familienfreundlicher Freizeitgestaltung wie Ausflüge oder spezielle Events – fast dreimal mehr als Unternehmen eigenen Angaben zufolge gegenwärtig dafür investieren. Für die direkte Kinderbetreuung würden sie genau ein Viertel des Familien-Benefit-Budgets veranschlagen. Der Pflege von Angehörigen würden 14 % zugeordnet und der Unterstützung in besonderen Lebenslagen etwa durch psychologische Betreuung 12 %. "Obstkörbe oder vermögenswirksame Leistungen sind keine Attraktivitätsmerkmale, sondern leider nur ein arbeitgeberseitiges Alibi. Wer aber über die vielbeschworene New Work spricht, muss auch Zusatzleistungen neu denken und zwar so, dass diese den Nerv von umworbenen Arbeitskräften treffen. Denn nur wer sich von standardisierten Benefits verabschiedet, kann gefragte Kandidat*innen als Arbeitgeber überzeugen“, so Björn Wind, CEO einer der voiio-Gründer.

Über die Studie

Für die repräsentative Benefit-Studie befragte das Marktforschungsunternehmen respondi im Auftrag von voiio 1.500 Arbeitnehmende in Deutschland. Der Befragungszeitraum lag im Januar 2022. 51 % der Teilnehmenden waren männlich, 49 % weiblich. Das Durchschnittsalter betrug zum Zeitraum der Befragung 43 Jahre. In einer gespiegelten Umfrage befragte voiio 109 Arbeitgeber, um so die Sicht der Unternehmen abzudecken.

Bild: Pixabay (Pexels, Pexels Lizenz)

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