Nach Schema F

06.06.2019  — Jasmin Dahler.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Welche Filme schauen Sie sich gerne im Kino an? Vielleicht waren es ja die populären Superhelden-Filme der letzten Jahre. Manch einer warf diesen Filmen vor, sie wären unkreativ, eintönig und nach Schema F gemacht. Auch auf der Arbeit läuft einiges nach Schema F ab. Doch was heißt das genau?

„Darüber machen Sie sich keine Gedanken, das läuft hier alles nach Schema F.“ Personen, die sich gerne kreativ betätigen, würden bei diesem Satz am liebsten schreiend weglaufen. Denn Schema F bedeutet, dass nach Bürokratie, Routine und feststehenden Mustern gehandelt wird. Im Übrigen gibt es kein Schema A, B oder C, sondern nur Schema F. Der Grund dafür? Der liegt im Jahr 1861 …

Ab dem Jahr schrieb das preußische Militär Frontrapporten vor, Berichte über die Stärke einer Truppenabteilung. Die Fakten, die der Ermittlung der Truppenstärke dienten, mussten in den vorgegebenen Rubriken abgehandelt werden. Die Möglichkeit, besondere Anmerkungen zu machen oder aus dem Schema auszubrechen, gab es nicht länger.

Solche Formblätter kennen wir noch heute. Wenn wir zum Beispiel mit der öffentlichen Verwaltung zu tun haben, müssen wir mit starren Vorschriften kämpfen. Wie problematisch das Ganze sein kann, zeigte sich bei einem Hamburger Paar. Da die Frau sich besser mit den Finanzen auskannte, füllte sie online die Steuererklärung aus und trug sich an erster Stelle vor ihrem Ehemann auf dem Bogen ein. Das Ergebnis: Systemabsturz.

Kein Wunder also, dass Schema F eher als negativ wahrgenommen wird. Es versperrt Alternativen. Und: Wer immer nur Aufgaben nach Schema F löst, stumpft irgendwann ab.

Und warum heißt es jetzt Schema F? Ganz einfach – das ist die Abkürzung von Frontrapporten!

Bild: TeroVesalainen / Pixabay (Pixabay License)

Kennen Sie schon unseren neuen News­letter Digitalisierung aktuell?

nach oben