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Grußformeln und Satzzeichen

30.04.2015  — Lars Kaupisch.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Möglichkeiten, Kommafehler zu machen, gibt es viele. Einer der beliebtesten ist das Komma nach der abschließenden Grußformel in Briefen und E-Mails.

"Sehr geehrte/r ..." – so oder so ähnlich beginnen die meisten Briefe oder E-Mails, wenn sie einen gewissen formalen Aufbau einhalten sollen. Und sie enden im Regelfall mit einem wie auch immer gearteten Gruß, schließlich sind Sie gut erzogen und wissen, was sich gehört.

Doch wie werden Anrede und Grußformel jeweils aus satzzeichentechnischer Sicht behandelt? Gerade die abschließende Grußformel ist Quelle eines der Standard-Fehler schriftlicher Kommunikation: eines falsch gesetzten Kommas.

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Anders als hinter die Anrede gehört hinter die Grußformel im Normalfall kein Komma – nachzulesen in den Rechtschreibregeln des Rates für deutsche Rechtschreibung unter § 68. Die Grußformel wird zu den "frei stehenden Zeilen" gezählt, die ohne Punkt und Komma stehen. Es sei denn, sie ist keine frei stehende Zeile, sondern in einen Satz eingebunden, der an dieser Stelle ein Satzzeichen erfordert:

"Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und verbleiben
mit freundlichen Grüßen.

Der Unterzeichnende"

oder

"Es war schön, euch wiederzusehen.
Hoffentlich bis bald, wenn die Umstände es erlauben,

Der Unterzeichnende"

Für Satzzeichen nach der Anrede gelten §§ 69 bzw. 79, die festlegen, dass auf die Anrede ein Komma zu folgen hat bzw. auch ein Ausrufezeichen möglich ist (um der Anrede Nachdruck zu verleihen). Dies lässt sich wie die Ausnahme für die Grußformel dadurch erklären, dass die Anrede Teil des nachfolgenden Satzes ist. Obwohl sie den ganzen Brief (oder die E-Mail) einleitet, trägt sie den Satz nicht, sondern fungiert eher als Einschub, der die Information enthält, an wen das Geschriebene gerichtet ist.

Den Satz

"Liebe Leserinnen und Leser,
hätten Sie gewusst, ob nach der Grußformel ein Komma zu setzen ist?"

könnten Sie schließlich auch so formulieren:

"Hätten Sie, liebe Leserinnen und Leser, gewusst, ob nach der Grußformel ein Komma zu setzen ist?"

Quintessenz: Satzzeichen am Anfang – ja, bitte! Satzzeichen am Ende – nur, wenn es dort wirklich hingehört.

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