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Tipps gegen die Angst im Corona-Herbst

11.11.2020  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Kaufmännische Krankenkasse – KKH.

Angst vor dem Corona-Virus, der Einsamkeit und dem wirtschaftlichen Ruin: Das erneute Herunterfahren des öffentlichen und privaten Lebens bringt viele Menschen an ihre Grenzen – vor allem in der dunklen Jahreszeit. Die KKH gibt Tipps für einen physisch und psychisch gesünderen Alltag.

Einer Auswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse zufolge ist bereits im ersten Halbjahr 2020 die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Probleme um rund 80 Prozent gestiegen. Am häufigsten diagnostiziert wurden Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen sowie depressive Episoden. Besonders gefährdet sind Menschen, die bereits an psychischen Erkrankungen leiden. Deren Situation kann sich durch die Pandemie und die erneuten Kontaktsperren deutlich verschlechtern. Aber auch bei gesunden Menschen kann die derzeitige Lage starke Ängste sowie Gefühle von Vereinsamung und Frustration auslösen, die schlimmstenfalls seelisch krank machen.

Damit es erst gar nicht dazu kommt, gibt KKH-Psychologie-Experte Michael Falkenstein ein paar Tipps gegen Angst und Einsamkeit im Corona-Herbst:

  • Regeln einhalten: Die Sorge, sich mit dem Corona-Virus anzustecken, kann durch aktives Handeln verringert werden, sprich Hände gründlich waschen, Maskenpflicht und Abstandsregeln beachten.
  • Strukturen schaffen: Kurzarbeit, Homeoffice und Kontaktsperren bringen den gewohnten Tagesablauf durcheinander. Deshalb ist es jetzt umso wichtiger, erneut Strukturen zu schaffen, etwa mit Tages- und Wochenplänen. So holen Sie sich ein Stück Sicherheit und Vorhersagbarkeit zurück. Überlegen Sie ruhig detailliert, was Sie tun müssen und möchten und tragen Sie alles in den Kalender ein – von der Arbeit bis hin zu Freizeitaktivitäten. Wichtig ist ein ausgewogenes Maß aus Pflichten und Spaß.
  • Beziehungen pflegen: Beziehungen geben Rückhalt und Stärke. Pflegen Sie Ihre Kontakte auch über die Distanz weiter, etwa per Video-Chat, E-Mail, Telefon, oder auch mit Abstand von Balkon zu Balkon oder von Haustür zu Haustür. Nehmen Sie mit Menschen Kontakt auf, mit denen Sie lange nicht mehr gesprochen, die Ihnen aber in der Vergangenheit gutgetan haben. Die derzeitige Situation ist ein geeigneter Aufhänger, um wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Denken Sie auch an Menschen, die womöglich einsam und hilfsbedürftig sind. Überlegen Sie, ob Sie solchen Menschen helfen können, z. B. mit einem Einkauf, etwas Selbstgekochtem oder einem Gespräch auf Abstand. Dieses Engagement kann auch Ihr Wohlbefinden steigern, denn anderen helfen macht glücklich!
  • Genuss: Um mit Belastungen und Stress besser umgehen zu können, eignet sich generell alles, was dem seelischen und körperlichen Wohlbefinden dient: Ein leckeres Essen, ein gutes Buch, ein schöner Film, ein heißes Bad oder eine Mittagspause in der Herbstsonne können Balsam für die Seele sein und sind auch in Corona-Zeiten möglich.
  • Bewegung: Seien Sie aktiv! Bewegung ist gut für die Stimmung und stärkt das Immunsystem, vor allem im Freien wie etwa beim Wandern, Joggen oder Radfahren. Auch zu Hause lässt sich gut Sport treiben. Man kann dabei neue Dinge ausprobieren, beispielsweise Rückentraining, Yoga oder Meditation. Im Internet gibt es dazu diverse Coachings, auch für Anfänger.
  • Corona-Informationen in gesundem Maß: Achten Sie darauf, den Medienkonsum in Bezug auf Corona zu begrenzen. Bedenken Sie, dass auch Falschinformationen kursieren und Panik geschürt wird. Informieren Sie sich ein- bis zweimal am Tag bei verlässlichen Quellen über das Tagesgeschehen, etwa bei öffentlich-rechtlichen Sendern oder medizinischen Fachinstituten.
  • An die Zukunft denken: Schmieden Sie mit Ihrer Familie und/oder Ihren Freunden Pläne für die Zeit nach Corona. Vorfreude hebt die Stimmung und kann das Wohlbefinden steigern.

Wenn Ängste, Hoffnungslosigkeit und ein permanentes Gefühl der Erschöpfung und Anspannung dennoch aufkommen und anhalten, sollten sich Betroffene in jedem Fall professionelle Hilfe suchen. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt, der gegebenenfalls an einen Psychiater oder einen psychologischen Psychotherapeuten überweist. Auch in Corona-Zeiten sind Beratungs- und Seelsorgeangebote möglich, etwa in Form von telefonischer Beratung und Videosprechstunden.

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Bild: mikoto.raw (Pexels, Pexels Lizenz)

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