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Fünf Fehler, die Unternehmen 2022 vermeiden sollten

30.03.2022  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Atradius.

Materialmangel, Lieferengpässe und Finanzplanung: Auch dieses Jahr wird für deutsche Firmen wieder zu einer Herausforderung. Mit den richtigen Vorkehrungen können Unternehmen dennoch erfolgreich durch 2022 kommen.

Die Weltwirtschaft erholt sich langsam. 2021 lag das weltweite BIP bei 5,7 Prozent. 2022 wird es voraussichtlich mit schätzungsweise 4,3 Prozent etwas geringer ausfallen, so die Prognose des Kreditversicherers Atradius in einem aktuellen Wirtschaftsbericht, der im Januar erschienen ist. Gründe dafür sind anhaltende Lieferengpässe, steigende Energiepreise und die Corona-Pandemie. Das macht das kommende Jahr auch für deutsche Firmen wieder zu einer Herausforderung, mit richtigen Vorkehrungen können Unternehmen dennoch erfolgreich durch 2022 kommen. Hier fünf Experten-Tipps, die Ihnen dabei helfen können:

Vertrauen ist gut, Wissen ist besser – auch bei langjährigen Kunden

Materialmangel und Lieferengpässe werden auch 2022 ein Problem bleiben. Mancher Bestandskunde wird seinen Zulieferer um längere Zahlungsfristen bitten müssen, da er selbst auf ausstehende Zahlungen wartet. Als Unternehmer möchte man zwar kulant gegenüber langjährigen Kunden sein. Doch was vor jedem Vertragsabschluss mit einem Neukunden gilt, sollte sich ein Unternehmer auch mit Blick auf seine Bestandskunden zu Herzen nehmen: Schließen Sie niemals einen Liefervertrag ab, ohne vorher die Vertrauenswürdigkeit Ihres Vertragspartners zu überprüfen. Befindet sich Ihr Handelspartner im Ausland, sollten Sie sich auch über die rechtlichen Besonderheiten im Land informieren. Erste Infos über den Kunden können über internationale Handelsauskunfteien eingeholt werden. Darüber hinaus kann die Einbeziehung eines Kreditversicherers sinnvoll sein. Atradius beispielsweise ist weltweit mit Experten vor Ort vertreten. Das ermöglicht eine qualifizierte Bonitätsauskunft weit über die allgemein zugänglichen Informationen hinaus. So können Sie Lieferketten auf internationaler Ebene besser beurteilen sowie sicher in neue Märkte expandieren. – Grundsätzlich gilt: Holen Sie regelmäßig aktuelle Informationen über die Kreditwürdigkeit, die finanzielle Stabilität und die operative Entwicklung Ihrer Kunden ein. Denn auch bei langjährigen Kunden kann sich die wirtschaftliche Lage jederzeit ändern – gerade in herausfordernden Zeiten.

Riskieren Sie keine Zahlungsausfälle, die Sie nicht verkraften können

Nehmen Sie sich die Zeit, um Ihre grundsätzliche Risikobereitschaft unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu klären: Entscheiden Sie, welche Risiko-Toleranz Sie in Bezug auf Ihre Kunden bereit sind einzugehen und überprüfen Sie anhand dessen, ob das Kredit-Rating Ihrer künftigen Kunden Ihren Ansprüchen genügt. Legen Sie ein maximales Warenkreditlimit fest und bestimmen Sie einen maximalen Verlängerungszeitraum für ausstehende Zahlungen. Halten Sie grundsätzlich an Ihren selbstgesteckten Zielen fest und machen Sie keine Abschlüsse mit Kunden, die diesen Ansprüchen nicht genügen.

Kein Zögern bei ausstehenden Zahlungen

Versenden Sie die Rechnungen für getätigte Lieferungen oder Dienstleistungen an Ihre Kunden umgehend. Wer Warenlieferungen vornimmt, sollte zudem – zumindest innerhalb Deutschlands – mit dem Abnehmer rechtswirksam einen Eigentumsvorbehalt vereinbaren. Nur so kann im Falle einer Insolvenz des Abnehmers der eigene Schaden reduziert werden. Sobald Sie merken, dass einer Ihrer Kunden eine Lieferung oder erbrachte Dienstleistung nicht zum vorher vereinbarten Zeitpunkt gezahlt hat, versenden Sie eine Zahlungsaufforderung. So stehen Sie rechtlich auf der sicheren Seite. Falls das Forderungsmanagement Ihr Zeitbudget übersteigt, ziehen Sie die Beschäftigung eines Kreditversicherers wie Atradius in Erwägung. Wer hier am falschen Ende spart, hat später finanziell das Nachsehen.

Auch in Zeiten der Krise sollten Unternehmen nicht am falschen Ende sparen

Eine detaillierte Finanzplanung ist die Grundlage für die mittel- und langfristige Liquidität eines Unternehmens. Sich anstauende hohe Schulden können das eigene Unternehmen schnell in existenzbedrohende Schieflagen bringen. Neben regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben sowie anstehenden Investitionen im Unternehmen gilt es hierbei auch aktuelle und künftige wirtschaftliche Entwicklungen einzuschätzen und mögliche Risiken vorherzusehen. Als Unternehmer entsprechende Rücklagen zu bilden, ist dabei nur vernünftig. Allerdings bringt Geld, dass für die Zukunft auf die Seite gelegt wurde, in der Gegenwart keinen Nutzen. Wo auf lange Sicht Rücklagen gebildet werden, verringert sich auf kurze Sicht der finanzielle Handlungsspielraum. Gerade in Zeiten des verringerten Wirtschaftswachstumes wird das zu einem zusätzlichen Bremsfaktor im Unternehmen. Dabei könnte gerade die Zeit, in der bei vielen die Produktion ins Stocken gerät, für Investitionen in lange geplante Aus- oder Umbaumaßnahmen oder die Anschaffung neuer Anlagen genutzt werden. Unternehmer sollten also immer sorgfältig gegenrechnen, welche Ausgaben ihnen auf lange Sicht den größten wirtschaftlichen Erfolg sichern. Hohe Schulden sollten vermieden werden. Wer also liquide bleiben will, ohne größere Risiken einzugehen, kann zum Beispiel eine Warenkreditversicherung abschließen.

Verlieren Sie keine wertvolle Zeit

Unternehmer müssen stets abwägen, welche Aufgaben sie selbst oder ihre Angestellten erledigen und welche Tätigkeiten besser ausgelagert werden. Berechnen Sie die für bestimme Arbeitsschritte investierte Arbeitszeit und überprüfen Sie die Kosten. Sind diese zu hoch, lohnt sich unter Umständen die Beauftragung externer Dienstleister. Zwar verursachen auch diese Kosten, doch können sie manche Arbeitsschritte erfahrungsgemäß schneller erledigen als Sie selbst. Das gilt besonders für interne Aufgaben, wie beispielsweise das Forderungsmanagement oder die regelmäßige Überprüfung der Kreditwürdigkeit der Kunden. Auf den ersten Blick wirken solche Aufgaben oft leicht umsetzbar, um am Ende dann doch viel Zeit und Nerven zu kosten, die besser an anderer Stelle zum Einsatz kämen.

Bild: TeroVesalainen (Pixabay, Pixabay License)

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