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Einen Streit vom Zaun brechen

01.08.2019  — Jasmin Dahler.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Sie kennen das, in einem Moment ist alles in Ordnung und im nächsten Moment streiten sich zwei Personen ohne jegliche Vorwarnung. Einer von beiden hat einen Streit vom Zaun gebrochen. Doch warum spricht man hier ausgerechnet von einem Zaun?

Die Redewendung etwas vom Zaun brechen hatte ursprünglich eine friedfertigere Bedeutung, denn es bedeutete, dass man sich etwas ohne große Mühe beschaffen konnte. Zäune waren nie Mangelware und es war eine Leichtigkeit, einen Stock oder eine Latte aufzutreiben. Mit der Zeit wandelte sich die Bedeutung, insbesondere durch das Hinzufügen des Wortes Streits und bezeichnete einen plötzlich auftretenden Streit.

Wann genau sich die Bedeutung wandelte, kann nicht mehr nachvollzogen werden. Fest steht jedoch, dass die Redensart sich bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts entwickelte. So nutzte der Prediger Johann Geiler von Kaysersberg und auch Martin Luther diese Redewendung.

Woher kommt nun aber die heute so negativ behaftete Bedeutung? Der Zaun grenzt symbolisch den persönlichen Herrschaftsraum ab. Bricht jemand ein Stück des Zaunes ab, führt dieses zum Streit mit dem Eindringling. Eine andere Erklärung ist sogar noch simpler: Insbesondere der Nachbarschaftsstreit fand und findet auch heute noch meist direkt neben einem eingezäunten Grundstück statt. Da die Zäune im 16. Jahrhundert nicht mit teuren Eisennägeln gesichert wurden, konnte es recht schnell passieren, dass einer der Streitenden ein Zaunteil zur Hilfe nahm, um mit einem schlagenden Argument für "Ruhe" zu sorgen.

Bild: RyanMcGuire / Pixabay (Pixabay License)

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