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Baubranche: kein Digitalisierungsschub durch Corona zu erkennen

29.07.2021  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: BauInfoConsult GmbH.

Der deutsche Bau hat sich lange positiv entwickelt, doch die Genehmigungsverfahren, Planungs-, Materialbezugs und Bauabläufe verlaufen hierzulande größtenteils noch traditionell – von einer Baubranche 4.0 ist viel die Rede, doch bislang war nur wenig davon zu sehen.

Ist der deutsche Bau durch die Coronakrise digitaler geworden? Die meisten von BauInfoConsult befragten Akteure der deutschen Baubranche lassen wenig Zweifel daran, dass bei solchen oft geäußerten Hoffnungen vor allem der Wunsch danach Vater des Gedankens zu sein scheint, der Pandemie wenigstens einen positiven Effekt abgewinnen zu können. Ihr ernüchterndes Fazit: Auch nach über einem Jahr Pandemie ist von einem Digitalisierungsschub wenig zu erkennen. Das ist ein Ergebnis der Befragung zur bald erscheinenden neuen Branchenstudie „BauInfoConsult Jahresanalyse 2021/2022“.

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Für die Studie hat das Düsseldorfer Unternehmen BauInfoConsult 600 Architekten, Bauunternehmer, Dachdecker/Zimmerer, Maler/Trockenbauer und SHK-Installateure in telefonischen Interviews zu den wichtigsten Branchentrends und Entwicklungen befragt. Dabei sollten die befragten Bauprofis unter anderem auch dazu Stellung nehmen, ob sie durch Corona einen Digitalisierungsschub in der Baubranche sehen. Doch fast zwei Drittel der Bauakteure können keine verstärkte Entwicklung in Richtung Digitalisierung erkennen, ein weiteres Viertel beobachtet nur sehr eingeschränkt ein Plus an Digitalisierung.

Kein Wunder: Schließlich arbeiten auch die deutschen Baubehörden nach wie vor überwiegend noch mit Papier, Fax und Co, BIM-basierte, integral geplanten Bauprojekte sind nach wie vor selten und auch die Digitalisierung der Distributionslogistik steht bei vielen Akteuren erst noch in den Startlöchern. Zudem unterlagen die Betriebe der Baubranche zwar zahlreichen umfangreichen Corona-Auflagen, konnten aber selbst in den Lockdown-Monaten als systemrelevante Branche relativ uneingeschränkt weiterarbeiten – es gab also für viele keine Notwendigkeit in der Krise auch noch die Arbeitsabläufe digital umzugestalten.

Doch immerhin: Etwa jeder siebte Marktakteur widerspricht der Aussage die Digitalisierung habe in der Krise kaum Spuren am Bau hinterlassen vehement und äußert die Ansicht, dass der deutsche Bau durch Corona sehr wohl digitaler geworden sei. Vor allem Architekten gehören zu diesen Unternehmen – denn als klassische „Schreibtischtäter“ haben mehr Planerfirmen im Coronajahr 2020 Homeofficestrukturen aufgebaut und auch sonst an digitalen Arbeitskompetenzen hinzugewonnen. Es dürfte kein Zufall sein, dass weitere Ergebnisse bei dieser Zielgruppe zeigen, dass jeder dritte Architekt ebenfalls sehr optimistisch ist, was die künftige Verwendung von BIM im eigenen Arbeitsalltag bis 2025 betrifft.

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Bild: Lex Photography (Pexels, Pexels Lizenz)

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