Neue Genderoptionen bei Facebook

12.09.2014  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: LSVD-Verein für europäische Kooperation e.V..

Nicht mehr nur "männlich und "weiblich": Facebook bietet seinen Nutzern seit Kurzem 50 mögliche Geschlechtszuordnungen. Der LSVD begrüßt die Erweiterung der Genderoption.

Die Genderoption bei Facebook Deutschland war bislang auf die Kategorien „weiblich/männlich“ beschränkt. Jetzt sind über 50 userdefinierte Einstellungen möglich. Dazu erklärt Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

"Wie viele Menschen sind anders? Jede und jeder. Diversität lässt sich nicht mit einem Schema aus nur zwei Kategorien darstellen. Facebook greift diese Notwendigkeit auf, und setzt damit für soziale Netzwerke neue Standards. Gerade Verschiedenheiten im Genderausdruck brauchen angemessene Begrifflichkeiten. Der LSVD hat sich daher über die Anfrage von Facebook Deutschland gefreut, das Unternehmen bei der Erweiterung der Einstellungen für Geschlecht zu beraten.

Dabei haben wir uns nicht auf die Übersetzung der schon in der englischen Spracheinstellung angebotenen Termini beschränkt, sondern auch Begriffe wie butch und femme sowie Selbstbezeichnungen für Inter* und Trans* vorgeschlagen.

„Wer bin ich?“, diese Frage muss immer individuell beantwortet werden können. Für manche ist das Angebot, entweder „Frau“ oder „Mann“ ankreuzen zu können, ausreichend. Viele andere aber empfinden Zweigeschlechtlichkeit als Korsett. Lesben, Schwule, Transgender oder Intersexuelle zeigen heute selbstbewusst, dass sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität sich nur in der Vielfalt des Regenbogens abbilden lässt. Selbstbezeichnung ist auch Selbstbestimmung. Für den LSVD ist eine gendersensible Sprache ein Zeichen des Respekts gegenüber Verschiedenheiten. Wir begrüßen, dass Facebook zu diesem Respekt beitragen will.

Die Kooperation mit Facebook war vertrauensvoll und kooperativ. Die Vorschläge des LSVD wurden aufgenommen. Wir haben den fachlichen Beistand gerne geleistet und sehen das Ganze als ein Work in progress: Es wird auch in Zukunft noch Änderungen geben, wir sind sicher, dass Facebook sich Erweiterungen gegenüber offen zeigt. Denn sowohl die Begriffe als auch die Persönlichkeiten sind immer im Fluss."


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