Medienstudie des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma

14.07.2014  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Die Antidiskriminierungsstelle des bundes zeigt sich besorgt über Antiziganismus in Deutschland. Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma präsentiert Studienergebnisse.

Ressentiments gegen Sinti und Roma sind in der gesamten Gesellschaft weit verbreitet – und sie prägen in Teilen die Berichterstattung. Das ist das zentrale Ergebnis der vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Auftrag gegebenen Studie „Antiziganismus in der deutschen Öffentlichkeit“.

„"Die vorliegende Studie muss uns zu denken geben, weil sie aufzeigt, wie tief Vorurteile gegen die größte Minderheit Europas bei uns verankert sind. Kaum eine andere Gruppe in Deutschland ist so sehr von Diskriminierung betroffen wie Sinti und Roma"“, sagte die Leiterin der unabhängigen Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, am Donnerstag in Berlin.

Als konkrete Beispiele für Diskriminierungserfahrungen von Sinti und Roma nannte Lüders Benachteiligungen am Arbeitsmarkt und im Umgang mit der Polizei. Kritisch äußerte sich Lüders auch zur Debatte um die so genannte „"Armutseinwanderung"“. „"Im Wahlkampf wurde teilweise offen rassistisch um Stimmen geworben und mit falschen Zahlen hantiert, um Stimmungen zu schüren"“, sagte Lüders.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes macht sich dafür stark, in den Wahlgesetzen der Länder eine Rechtsgrundlage für ein Verbot rassistischer Wahlwerbung zu schaffen. Außerdem plädiert die Antidiskriminierungsstelle für eine stärkere Einbindung der Minderheit in öffentlich-rechtliche Gremien, etwa in den Rundfunkräten. Bislang sind Sinti und Roma per Staatsvertrag nur beim SWR vertreten. Sinnvoll sind aus Sicht der Antidiskriminierungsstelle auch Staatsverträge der Länder, die Minderheitenrechte und kulturelle Förderung festschreiben. „"Ich wünsche mir, dass weitere Länder dem guten Beispiel Baden-Württembergs, Hessens, Bayerns, Rheinland-Pfalz, Bremens und Schleswig-Holsteins folgen"“, sagte Lüders.

Die Leiterin Antidiskriminierungsstelle des Bundes kündigte an, am 3. September gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, die in ihrer Datenfülle bislang einmalige und umfassende Großstudie „Bevölkerungseinstellungen zu Sinti und Roma“ vorzustellen. Die Studie schließt wichtige Forschungslücken zu Vorurteilen in Deutschland gegenüber Europas größter Minderheit.

Hier können Sie die Kurzfassung und die Langfassung der Studie herunterladen.


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