Kulturwandel im DAX-Unternehmen: Bayer-Vorstand sucht richtige Balance zwischen Beruf und Privatleben

10.06.2015  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Deutscher Juristinnenbund e.V..

Mit der Hauptversammlung der Bayer AG in Köln setzt der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) am Mittwoch, den 27.05.2015, die von ihm initiierte Aktion »European Women Shareholders Demand Gender Equality« fort. Im Rahmen des Projektes stellt der djb durch Unternehmerin und Rechtsanwältin Uta Behrens bei Bayer kritische Fragen zum Anteil der Frauen in Führungspositionen.

Im Aufsichtsrat von Bayer sind 20 Prozent Frauen. Mit Blick auf die Aufsichtsrätinnen und das im Mai in Kraft getretene "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst« besteht bei Bayer auf beiden Seiten noch Nachholbedarf.

Im Vorstand und im Executive Council von Bayer sucht man die Frauen vergeblich. Zwei der 17 Corporate-Center-Bereiche werden von Frauen geleitet. In einem der drei Executive Committees der Teilkonzerne arbeitet eine Frau. Auch in den Leitungsgremien der Servicegesellschaften fehlen Frauen weitgehend.

Bayer verzeichnet nach einem Anstieg von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr aktuell 22 Prozent Frauen in Führungspositionen in Deutschland bei einem Belegschaftsanteil von 31 Prozent. Mit diesem Anstieg entwickeln sich die Zahlen bei Bayer doppelt so schnell, wie der Durchschnitt der 30 DAX-Unternehmen im Jahr. Ziel weltweit ist es, rund 30 Prozent bis Ende 2015 zu erreichen.

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Marijn Dekkers will Bayer 2016 aus familiären Gründen verlassen. Er möchte in der Nähe seiner Töchter in den USA leben und steht auf dem Standpunkt, dass seine Verpflichtungen als Vorstandsvorsitzender von Bayer diese persönliche Flexibilität nicht erlauben würden und er nicht erfolgreich arbeiten könne, wenn er auf zwei Kontinenten lebe.

Behrens: »So offen wird das Thema, die richtige Balance zwischen Beruf und Privatleben zu finden, meistens nur von Frauen angesprochen. Nicht jeder Mann möchte 40 Stunden plus arbeiten und nicht jede Frau in Teilzeit auf einem niedrigen Stundenniveau. Dieses offene Bekenntnis ist ein Anstoß, über Arbeitszeiten zu diskutieren. Aber entweder Karriere oder Familie ist ein altes Muster. Innovativ wäre Teilzeit auch im Vorstand und ggf. Jobsharing mit einer Frau.«




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