Hunderttausende Betreuer*innen fehlen

23.04.2019  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: IDW Köln.

Um alle Kindergarten-Kinder optimal betreuen zu können, sind bundesweit zusätzlich rund 215.000 Betreuer*innen notwendig, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Da es längst nicht genug Erzieher*innen gibt, müssen auch Fachkräfte aus ähnlichen Bereichen angeworben werden – beispielsweise Sozialpädagog*innen.

In den vergangenen Jahren hat sich die Betreuungssituation in Deutschland verbessert: So gibt es jedes Jahr mehr Erzieher*innen und Betreuer*innen in Kindergärten, Horten und Co. Allerdings reicht das noch nicht, zeigt eine neue IW-Studie: Demnach wären bundesweit rund 215.000 weitere Betreuer*innen nötig, um in den nächsten Jahren genügend Kitaplätze anbieten und eine optimale Betreuung gewährleisten zu können.

Betreuungsverhältnis nicht optimal

Die meisten Betreuungskräfte fehlen in Nordrhein-Westfalen. Dort wären 43.600 Betreuer*innen nötig, um die aktuelle Lücke zu schließen und eine optimale Betreuung anzubieten. Gerade jüngere Kinder brauchen eine bessere Betreuung als es derzeit in vielen Regionen der Fall ist. „Ob zusätzliche Stellen geschaffen werden, hängt allerdings von vielen Faktoren ab“, sagt Studienautor und IW-Ökonom Wido Geis-Thöne. „Zunächst muss geklärt werden, wer die zusätzlichen Personalkosten trägt, denn die können nur zu einem Teil auf die Eltern abgewälzt werden. Außerdem fehlen für die Neueinrichtung von Kitas oft geeignete Räumlichkeiten.“

Flächendeckender Fachkräftemangel

Hinzu kommt: Es gibt nicht genügend Erzieher*innen. Offene Stellen können deshalb oft nicht besetzt werden. „Vor diesem Hintergrund müssen wir auch darüber nachdenken, wie mehr Menschen mit anderen Berufsabschlüssen in den Kitas eingesetzt werden können“, sagt Studienautor Geis-Thöne. So könnten künftig auch verstärkt auf Fachkräfte mit einer zweijährigen Ausbildung zum Kinderpfleger, sozialpädagogische Assistenten oder Hochschulabsolventen mit Studienabschlüssen in einschlägigen Bereichen zurückgegriffen werden.





Kennen Sie schon unseren neuen News­letter Digitalisierung aktuell?

nach oben