Eltern wollen mehr Partnerschaft

22.07.2015  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig stellt gemeinsam mit Prof. Renate Köcher Allensbach-Studie zu Aufgabenteilung in Familie und Beruf vor.

Die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein neues und zentrales Anliegen von Eltern in Deutschland. Sie erwarten von Politik und Wirtschaft angemessene Rahmenbedingungen, um diese zu realisieren. Dies ist eines der Ergebnisse aus der Studie "Weichenstellungen für die Aufgabenteilung in Familie und Beruf", die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gemeinsam mit Prof. Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach Dienstag, den 07.07.2015, in Berlin vorgestellt hat.

Die Studie zeigt, dass Entscheidungen zur partnerschaftlichen Aufgabenteilung in Familien von den Bedingungen der Arbeitswelt und den Betreuungsmöglichkeiten beeinflusst werden. Eine moderne Familienpolitik rückt diese neue Qualität der Vereinbarkeit in den Mittelpunkt.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: "Mütter und Väter wünschen sich beide Zeit für die Familie, aber auch für den Job. Diese berechtigten Wünsche zeigen, dass wir eine neue Familienarbeitszeit brauchen, damit Eltern nicht an den Rahmenbedingungen scheitern, die sie vorfinden. Sie brauchen gute und flexible Angebote der Arbeitszeitgestaltung, damit Frauen nicht in der "Teilzeitfalle" und Väter nicht in der "Vollzeitfalle" fest stecken. Eine neue Qualität der Vereinbarkeit ist ein Gewinn für die Familien selbst, aber auch für die Wirtschaft. Das zahlt sich aus für die finanzielle Absicherung der Familien und ebenso für die Sicherung von Fachkräften in Deutschland".

Wie sich Eltern die Aufgaben nach der Geburt des ersten Kindes aufteilen, entscheidet über die künftigen Berufsperspektiven. Vor der Geburt sind 71 Prozent der Paare in Vollzeit erwerbstätig, nach Geburt und Elternzeit nur noch 15 Prozent, mehr als die Hälfte wechselt in ein Modell mit Vollzeit des Vaters und Teilzeit der Mutter. Viele Frauen bleiben dann in der Teilzeit, Männer in der Vollzeit.

Prof. Renate Köcher vom IfD Allensbach: "Im Zusammenhang mit der Geburt des ersten Kindes treffen Paare Entscheidungen, die vor allem das weitere Leben von Frauen langfristig verändern. Die meisten stecken nicht nur kurzfristig, sondern für viele Jahre, oft für immer, beruflich zurück - mit gravierenden Auswirkungen auf berufliche Chancen und Rentenansprüche."

Zum ersten Mal geht es bei der vorliegenden Studie darum, wie Paare mit kleinen Kindern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf leben und leben wollen. Dazu wurden mehr als 3.000 Mütter und Väter, die als Paare mit ihren Kindern unter 6 Jahren zusammenleben, repräsentativ befragt. Die Entscheidungen zur Aufgabenteilung werden von den Wünschen nach Zeit für Familie, Wertvorstellungen, dem Einkommen und den Arbeits- und Betreuungsbedingungen beeinflusst. Die gelebten Modelle von Paaren entsprechen jedoch nur zum kleinen Teil den eigenen Idealvorstellungen.


Zu diesem Artikel erreichte uns folgender Kommentar:

"Ich finde es begrüßenswert, wenn Eltern eine tatsächliche Wahlfreiheit haben in Bezug auf mehr Zeit für Kind und Familie. Ein Kind in den ersten Jahren in seiner Entwicklung begleiten zu können ist so kostbar, und kann nie mehr nachgeholt werden. Deshalb darf die Industrie nicht die Oberhand haben. Sie muss sich auf Modelle einstellen, wo das Kind im Vordergrund steht, denn das Kind ist unsere Zukunft. Die beste Kita kann nicht das Elternhaus ersetzen, das Elternhaus benötigt aber Unterstützung."




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