Ausnahmen vom Mindestlohn: Neues Einfallstor für Lohndiskriminierung von Frauen

01.07.2014  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Deutscher Frauenrat.

Von einer Protestkundgebung begleitet fanden zu Wochenbeginn im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales Anhörungen zum gesetzlichen Mindestlohn statt. Die TeilnehmerInnen eines breiten Bündnisses sprachen sich gegen Ausnahmen beim Mindestlohn aus.

Für den Deutschen Frauenrat sagte die Geschäftsführerin Henny Engels: „Wir lehnen Ausnahmen beim Mindestlohn grundsätzlich ab, den sie öffnen nur ein neues Einfallstor zur Lohndiskriminierung von Frauen, so wie es heute bereits die 'Aushilfslöhne' beim Minijob sind.“

Vom gesetzlichen Mindestlohn, so Engels, würden vor allem Frauen profitieren. Denn fast zwei Drittel der im Niedriglohnsektor Beschäftigten seien weiblich. „Ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro wird rund 25 Prozent der erwerbstätigen Frauen eine Lohnerhöhung bringen! Damit kommen wir unserem Ziel der eigenständigen, vom Partner unabhängigen ökonomischen Sicherung ein ganzes Stück näher. Und auch die geschlechtsspezifische Entgeltlücke, der sogenannte Gender Pay Gap, wird durch den gesetzlichen Mindestlohn kleiner werden. In unseren Augen ist er ein wichtiger Beitrag zu mehr Geschlechtergerechtigkeit. Umso weniger akzeptieren wir die geplanten Ausnahmen vom Mindestlohn. Denn sie schaffen nur neue Ungerechtigkeiten. Für uns, die größte Frauenlobby hierzulande, gilt der Grundsatz 'Gleicher Lohn für gleiche Arbeit' nicht nur zwischen den Geschlechtern; dieser Grundsatz muss für jeden Arbeitsplatz Gültigkeit haben, für jede beschäftigte Person – unabhängig von ihrem Alter und ihrem Status als Beschäftigte“, so Engels.

Deshalb fordere der Deutsche Frauenrat, wie alle PartnerInnen in diesem Bündnis: „Mindestlohn für alle – ohne Wenn und Aber!“

Das Statement der Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats Henny Engels im vollen Wortlaut


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