Emanzipation: Ministerin Steffens: Schulterschluss zwischen Generationen „offline“ und „online“ verleiht Gleichstellungsbewegung mehr Schub

23.08.2016  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen .

Land will mit Hilfe der 375 kommunalen Gleichstellungsbeauftragten unterschiedliche frauenpolitische Generationen besser vernetzen und damit die Frauenpolitik stärken

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Das Emanzipationsministerium verstärkt seine Aktivitäten, Austausch und Kooperation zwischen den frauenpolitischen Generationen „offline“ und „online“ zu intensivieren. Denn je besser sich hier aktive Frauen untereinander vernetzen, desto höher kann der gesellschaftliche Druck zur Umsetzung der rechtlichen und faktischen Gleichstellung von Frauen und Männern sowie des Abbaus von Gewalt und Diskriminierung werden.

„Ein feministischer Schulterschluss zwischen den frauenpolitischen Generationen offline und online verleiht der Gleichstellungsbewegung für wichtige Forderungen wie beispielsweise Lohngleichheit, faire Verteilung von Care-Arbeit oder nach Gewaltschutz deutlich mehr Schub“, erklärte Emanzipationsministerin Barbara Steffens heute (22.08.2016) gemeinsam mit Netzaktivistin Nora Fritzsche und Daniela Franken, eine der acht Sprecherinnen der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros/ Gleichstellungsstellen NRW und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lippstadt.

„Den Grundstein für diesen Schulterschluss der Generationen haben wir bereits im März mit unserer Großveranstaltung ,Online trifft offline – Feministische Diskurse und Strategien‘ gelegt. Nun wollen wir den Aufbau wirksamer frauenpolitischer Bündnisse u.a. mit Hilfe der 375 kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in NRW weiterführen“, so Steffens weiter.

Diesen Prozess unterstützt auch Netzaktivistin Nora Fritzsche: „Ich wünsche mir, dass sich auch weniger netzaffine Feministinnen ins digitale Getümmel stürzen. Denn wir Jüngeren können und wollen auf ihre Erfahrungen nicht verzichten. Und letztendlich sind die Themen, die im netzfeministischen Raum verhandelt werden, kaum andere als vor 30 Jahren: Sexismus, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Feministinnen sollten sich deshalb nicht spalten lassen – schon gar nicht von technischen Hürden“, unterstreicht die 27-Jährige.

Daniela Franken (36), sagt: „Die Gleichstellungsarbeit verändert sich zunehmend durch den digitalen Wandel. Dabei gibt es noch großen Bedarf, die Chancen des Netzes für Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und Beratungsangebote flächendeckend und nachhaltig zu erkennen und umzusetzen. Neben diesen Chancen bietet das Netz aber auch Risiken für Frauen. Hier müssen wir weitere Strategien entwickeln, um dem Problem digitaler Gewalt adäquat begegnen zu können.“

Als Fortsetzung der Veranstaltung zum Internationalen Frauentag „Online trifft Offline – feministische Diskurse und Strategien“ führte das Emanzipationsministerium bis zum 1. August 2016 einen zweimonatigen Dialogprozess mit der Fraueninfrastruktur in NRW, bei der den 375 kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in NRW als Multiplikatorinnen vor Ort eine zentrale Rolle zugedacht ist. Die Auswertung der Umfrage, die im Rahmen des Beteiligungsverfahrens unter den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten durchgeführt wurde, zeichnet ein vielfältiges Bild: „Wir sehen, dass viele Gleichstellungsbeauftragte den digitalen Wandel frauenpolitisch nutzen wollen und in diesem Prozess passgenaue Hilfestellungen benötigen – diese wollen wir gemeinsam mit ihnen erarbeiten“, erklärt Ministerin Steffens.

Den geeigneten Rahmen hierfür bietet am 24. November die für die Gleichstellungsbeauftragten NRW konzipierte Veranstaltung „Gleichstellungsarbeit durch das Netz stärken“. „Bei dieser wird es sowohl erste vertiefende Inhalte zu beispielsweise Datenschutz und Datensicherheit geben, als auch Gesprächsrunden, um Inhalte und Formate möglicher Fortbildungen miteinander zu konkretisieren.“, beschreibt Steffens die bevorstehende Veranstaltung. „Damit gehen wir gemeinsam mit den Gleichstellungsbeauftragten in NRW einen wichtigen Schritt zur Erlangung und Erweiterung deren digitaler Kompetenzen, sowie der Weiterentwicklung von Strategien, Frauenpolitik mit und durch das Netz wirkungsvoll zu gestalten“, freut sich die Emanzipationsministerin.

Das MGEPA wird weitere maßgebliche Akteurinnen der Fraueninfrastruktur NRW in einem vergleichbaren Dialogprozess einbeziehen und als nächsten Schritt Maßnahmen für die Gewaltinfrastruktur, den FrauenRat NRW, die LAG Mädchenarbeit und das Netzwerk „Frauen und Mädchen mit Behinderung“, entwickeln.

Emanzipationsministerin Barbara Steffens bedankt sich für die rege Teilnahme der Umfrage und fügt hinzu: „Ich hoffe auf eine rege Beteiligung der Kolleginnen in den Kommunen an der Veranstaltung. Ich bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam die Schlagkraft von Frauenpolitik mit den Möglichkeiten des Netzes maßgeblich erhöhen können. Dabei wollen wir die Kolleginnen vor Ort unterstützen.“

Hintergrund:
„Online trifft Offline – feministische Diskurse und Strategien“ hieß die bundesweit erste Veranstaltung dieser Art, zu der das Emanzipationsministerium anlässlich des Internationalen Frauentags 2016 am 11. März nach Duisburg (Mercatorhalle) eingeladen hatte. Die Veranstaltung war mit rund 250 Teilnehmerinnen aus der frauenpolitischen Offline- wie Onlineszene ein großer Erfolg. Die Vernetzung und Stärkung von Feminismus und Frauenpolitik online und offline gelang nicht zuletzt durch bereichernde Inputs von namhaften Netzaktivistinnen wie Anne Wizorek, Kübra Gümüşay oder Teresa Bücker.

Durch die Digitalisierung steht auch die Gleichstellungspolitik des Landes vor neuen Aufgaben. Deshalb ist – eingebettet in die Open.NRW-Strategie des Landes – die „Gleichstellung in der digitalen Gesellschaft“ in diesem Jahr ein Schwerpunktthema des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter.

Weitere Informationen unter www.gleichstellungimnetz.nrw

Die Open.NRW-Strategie ist auf drei Säulen aufgebaut. Unter dem Stichwort „Open Data“ veröffentlicht die Landesregierung aktiv auf dem Open.NRW Portal verschiedene Daten rund um das Leben in Nordrhein-Westfalen. Zweite Säule der Strategie ist die „Partizipation“. Die Landesregierung will noch stärker als bisher das Internet und Soziale Medien nutzen, um mit den Menschen in NRW zu diskutieren und sie an Entscheidungen zu beteiligen. Unter dem Motto „Zusammenarbeit“ können die Bürgerinnen und Bürger die Arbeit der Landesverwaltung aktiv unterstützen.

Weitere Informationen unter www.open.nrw





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