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Zinsstaffelmethode - Handelsrecht

Bilanzierung [ Stand: 12.04.2011 ]
Autor: Oliver Glück
Quelle: Verlag Dashöfer GmbH
Zahlreiche Transaktionen in der betrieblichen Praxis beinhalten Zahlungsvereinbarungen zwischen Vertragsparteien, deren Zahlungen sowohl einen Zins- als auch eine Tilgungsanteil enthalten. Es wird jedoch regelmäßig nur der gesamte z.B. monatliche oder jährliche Zahlungsbetrag angegeben; eine explizite Aufteilung in Zins- und Tilgungsanteil erfolgt nicht.

Zahlreiche Transaktionen in der betrieblichen Praxis beinhalten Zahlungsvereinbarungen zwischen Vertragsparteien, deren Zahlungen sowohl einen Zins- als auch eine Tilgungsanteil enthalten. Es wird jedoch regelmäßig nur der gesamte z.B. monatliche oder jährliche Zahlungsbetrag angegeben; eine explizite Aufteilung in Zins- und Tilgungsanteil erfolgt nicht.

Für die Abbildung derartiger Sachverhalte im Rechnungswesen ist die Unterscheidung jedoch von Bedeutung: während der Tilgungsanteil erfolgsneutral als Minderung der zugrunde liegenden Verbindlichkeit zu behandeln ist, ist der Zinsanteil erfolgswirksam zu verbuchen.

Beispiel: LeasingEin Unternehmen zahlt für eine Maschine monatliche Leasingraten in Höhe von (netto) 1.000 Euro. Im Leasingvertrag ist nur diese Rate angegeben.

Sofern der Leasingvertrag nicht zu einer Aktivierung beim Leasingnehmer führt, ist dies ohne Bedeutung. Der Leasingnehmer verbucht die gesamte Leasingrate als Sonstigen betrieblichen Aufwand.

Sofern jedoch der Leasingnehmer die Maschine als wirtschaftlicher Eigentümer aktivieren und zugleich eine entsprechende Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber passivieren muss, müssen die Leasingraten in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufgeteilt werden; vgl. Beitrag →

§ 250 – Rechnungsabgrenzungsposten
(1) Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlußstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
(2) Auf der Passivseite sind als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem Abschlußstichtag auszuweisen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
(3) Ist der Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit höher als der Ausgabebetrag, so darf der Unterschiedsbetrag in den Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite aufgenommen werden. Der Unterschiedsbetrag ist durch planmäßige jährliche Abschreibungen zu tilgen, die auf die gesamte Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt werden können.
§ 238 – Buchführungspflicht
(1) Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführung muß so beschaffen sein, daß sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen.
(2) Der Kaufmann ist verpflichtet, eine mit der Urschrift übereinstimmende Wiedergabe der abgesandten Handelsbriefe (Kopie, Abdruck, Abschrift oder sonstige Wiedergabe des Wortlauts auf einem Schrift-, Bild- oder anderen Datenträger) zurückzubehalten.
§ 241a – Befreiung von der Pflicht zur Buchführung und Erstellung eines Inventars
Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht mehr als 500 000 Euro Umsatzerlöse und 50 000
Euro Jahresüberschuss aufweisen, brauchen die §§ 238 bis 241 nicht anzuwenden. Im Fall der Neugründung treten die Rechtsfolgen schon ein, wenn die Werte des Satzes 1 am ersten Abschlussstichtag nach der Neugründung nicht überschritten werden.
§ 242 – Pflicht zur Aufstellung
(1) Der Kaufmann hat zu Beginn seines Handelsgewerbes und für den Schluß eines jeden Geschäftsjahrs einen das Verhältnis seines Vermögens und seiner Schulden darstellenden Abschluß (Eröffnungsbilanz, Bilanz) aufzustellen. Auf die Eröffnungsbilanz sind die für den Jahresabschluß geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit sie sich auf die Bilanz beziehen.
(2) Er hat für den Schluß eines jeden Geschäftsjahrs eine Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahrs (Gewinn- und Verlustrechnung) aufzustellen.
(3) Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung bilden den Jahresabschluß.
(4) Die Absätze 1 bis 3 sind auf Einzelkaufleute im Sinn des § 241a nicht anzuwenden. Im Fall der Neugründung treten die Rechtsfolgen nach Satz 1 schon ein, wenn die Werte des § 241a Satz 1 am ersten Abschlussstichtag nach der Neugründung nicht überschritten werden.
§ 284 – Erläuterung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung
(1) In den Anhang sind diejenigen Angaben aufzunehmen, die zu den einzelnen Posten der Bilanz oder der Gewinn- und Verlustrechnung vorgeschrieben oder die im Anhang zu machen sind, weil sie in Ausübung eines Wahlrechts nicht in die Bilanz oder in die Gewinn- und Verlustrechnung aufgenommen wurden.
(2) Im Anhang müssen
1
die auf die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angegeben werden;
2
die Grundlagen für die Umrechnung in Euro angegeben werden, soweit der Jahresabschluß Posten enthält, denen Beträge zugrunde liegen, die auf fremde Währung lauten oder ursprünglich auf fremde Währung lauteten;
3
Abweichungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angegeben und begründet werden; deren Einfluß auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist gesondert darzustellen;
4
bei Anwendung einer Bewertungsmethode nach § 240 Abs. 4, § 256 Satz 1 die Unterschiedsbeträge pauschal für die jeweilige Gruppe ausgewiesen werden, wenn die Bewertung im Vergleich zu einer Bewertung auf der Grundlage des letzten vor dem Abschlußstichtag bekannten Börsenkurses oder Marktpreises einen erheblichen Unterschied aufweist;
5
Angaben über die Einbeziehung von Zinsen für Fremdkapital in die Herstellungskosten gemacht werden.

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