Winterdienst: Steuerpflichtige nehmen den Fiskus "auf die Schippe"!

dasFiBuWissen-News [ Stand: 17.01.2017 ]
Autor: Online-Redaktion Verlag Dashöfer
Quelle: Steuerberaterverband Niedersachsen Sachsen-Anhalt e.V.
Das Jahr 2017 ist gerade angebrochen, da hat es bereits den Winter im Schlepptau. Ein Wetter, das die kleinsten Bürger mit Schneemann bauen und Rodelspaß verbinden, bedeutet für viele Hausbesitzer vor allem eines: Schnee schippen und Gehweg streuen.

Wer sich nicht selbst frühmorgens aufmachen will, um die Wege vor seinem Grundstück von Schnee und Eis zu befreien, kann auch einen Winterdienst mit der Schneebeseitigung beauftragen. Die Arbeitskosten hierfür sind als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich begünstigt, so der Steuerberaterverband Niedersachsen Sachsen-Anhalt.

Demnach kann auch die Inanspruchnahme von Dienstleistungen, die jenseits der Grundstücksgrenze auf fremdem, beispielsweise öffentlichem Grund erbracht werden, als haushaltsnahe Dienstleistung im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu berücksichtigen sein. Dies hatte der Bundesfinanzhof bereits Anfang 2014 entschieden. "Die Leistungen müssen jedoch in unmittelbarem räumlichem Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt werden und diesem dienen. Die Reinigung und Schneeräumung von öffentlichen Straßen und (Geh-)Wegen stellen gemäß BFH eine solche Leistung dar", so Elke Knühmann, Steuerberaterin und Vizepräsidentin des Steuerberaterverbandes Niedersachsen Sachsen-Anhalt.

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Das Bundesfinanzministerium folgt nun dem höchsten Gericht. Es hat den Katalog der Steuerermäßigungen für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen nach § 35a EStG überarbeitet. U.a. wurde hierbei der Begriff "im Haushalt" auf das angrenzende Grundstück erweitert.

Der Steuerberaterverband Niedersachsen Sachsen-Anhalt weist überdies darauf hin, dass das im November 2016 veröffentlichte BMF-Schreiben diverse weitere Änderungen umfasst, die sich für Steuerpflichtige auszahlen können. So können beispielsweise die Kosten für den Anschluss des Haushalts an die Ver- und Entsorgungsnetze in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Zudem kann das Finanzamt an der Versorgung und Betreuung eines Haustieres im Haushalt des Steuerpflichtigen beteiligt werden.



§ 35a – Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen
(1) Für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, bei denen es sich um eine geringfügige Beschäftigung im Sinne des § 8a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch handelt, ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuerermäßigungen, auf Antrag um 20 Prozent, höchstens 510 Euro, der Aufwendungen des Steuerpflichtigen.
(2) 1Für andere als in Absatz 1 aufgeführte haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse oder für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen, die nicht Dienstleistungen nach Absatz 3 sind, ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuerermäßigungen, auf Antrag um 20 Prozent, höchstens 4 000 Euro, der Aufwendungen des Steuerpflichtigen. 2Die Steuerermäßigung kann auch in Anspruch genommen werden für die Inanspruchnahme von Pflege- und Betreuungsleistungen sowie für Aufwendungen, die einem Steuerpflichtigen wegen der Unterbringung in einem Heim oder zur dauernden Pflege erwachsen, soweit darin Kosten für Dienstleistungen enthalten sind, die mit denen einer Hilfe im Haushalt vergleichbar sind.
(3) Für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, mit Ausnahme der nach dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW Förderbank geförderten Maßnahmen, ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuerermäßigungen, auf Antrag um 20 Prozent, höchstens 1 200 Euro, der Aufwendungen des Steuerpflichtigen.
(4) 1Die Steuerermäßigung nach den Absätzen 1 bis 3 kann nur in Anspruch genommen werden, wenn das Beschäftigungsverhältnis, die Dienstleistung oder die Handwerkerleistung in einem in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegenden Haushalt des Steuerpflichtigen oder – bei Pflege- und Betreuungsleistungen – der gepflegten oder betreuten Person ausgeübt oder erbracht wird. 2In den Fällen des Absatzes 2 Satz 2 zweiter Halbsatz ist Voraussetzung, dass das Heim oder der Ort der dauernden Pflege in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegt.
(5) 1Die Steuerermäßigungen nach den Absätzen 1 bis 3 können nur in Anspruch genommen werden, soweit die Aufwendungen nicht Betriebsausgaben oder Werbungskosten darstellen oder unter § 9c fallen und soweit sie nicht als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt worden sind. 2Der Abzug von der tariflichen Einkommensteuer nach den Absätzen 2 und 3 gilt nur für Arbeitskosten. 3Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen nach Absatz 2 oder für Handwerkerleistungen nach Absatz 3 ist, dass der Steuerpflichtige für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten hat und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung erfolgt ist. 4Leben zwei Alleinstehende in einem Haushalt zusammen, können sie die Höchstbeträge nach den Absätzen 1 bis 3 insgesamt jeweils nur einmal in Anspruch nehmen.
() Fußnote § 35a: Zur Anwendung vgl. § 52 Abs. 50b 1