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Verdeckte Einlage - Steuerrecht

Bilanzierung [ Stand: 04.09.2019 ]
Autor: Udo Cremer, Dirk-J. Lamprecht
Quelle: Verlag Dashöfer GmbH
Von der Regelung der verdeckten Einlage sind auch im Steuerrecht alle Kapitalgesellschaften betroffen, die ihren Anteilseignern kapitalmäßige Rechte gewähren. Udo Cremer und Dirk J. Lamprecht erklären, was Sie sonst noch zur verdeckten Einlage im Steuerrecht wissen müssen.

1 Anwendungsbereich

Ebenso wie im Handelsrecht sind auch im Steuerrecht alle Kapitalgesellschaften von dieser Regelung betroffen, die ihren Anteilseignern oder Mitgliedern kapitalmäßige oder mitgliedschaftsähnliche Rechte gewähren.

2 Ansatz dem Grunde nach

Verdeckte Einlagen dürfen sich nicht auf die Höhe des Einkommens der Empfängerkörperschaft auswirken. Soweit verdeckte Einlagen den Steuerbilanzgewinn der Körperschaft erhöht haben, sind sie außerbilanziell bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens in Abzug zu bringen (§ 8 Abs. 3 Satz 3 KStG). Das gilt allerdings nicht, wenn die verdeckte Einlage das Einkommen des Gesellschafters gemindert hat (§ 8 Abs. 3 Satz 4 KStG).

Die Vorschriften der § 4 Abs. 1 Satz 1, § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG finden gem. § 8 Abs. 1 KStG auch auf Kapitalgesellschaften Anwendung, obwohl hier Einlegender und Empfänger der Einlage verschiedene Rechtsträger sind (sog. finaler Einlagebegriff).

Entscheidend für das Vorliegen einer verdeckten Einlage ist der Zeitpunkt des Verpflichtungs-, nicht der des Erfüllungsgeschäftes. Ein Gesellschaftsverhältnis muss demzufolge nur im Zeitpunkt des Eingehens der Verpflichtung vorhanden sein. Im Extremfall kann somit eine gesellschaftsrechtliche Veranlassung selbst dann anzunehmen sein, wenn zum Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung ein Gesellschaftsverhältnis nicht mehr besteht (BFH-Urteil vom 14. November 1984, BStBl 1985 II S. 227).

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