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Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten - Steuerrecht

Bilanzierung [ Stand: 17.10.2016 ]
Autor: Timm Haase
Quelle: Verlag Dashöfer GmbH
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten dienen einer zutreffenden Erfolgsermittlung und Periodenabgrenzung. Häufige Anwendungsfälle in der Praxis sind z. B. Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen, Rekultivierungen, Rechtstreitigkeiten, Jubiläen, Gewährleistung oder ausstehende Rechnungen.

Steuerrecht

1 Anwendungsbereich

Steuerpflichtige, die verpflichtet sind, Bücher zu führen und Abschlüsse zu machen oder dies freiwillig tun (§§ 140 und 141 AO) müssen die Vorgaben des Handels- bzw. des Steuerrechts zur Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beachten.

Die handelsrechtlichen Grundsätze werden über die Maßgeblichkeit ins Steuerrecht übernommen. Hierbei sind jedoch gem. § 5 Abs. 6 EStG steuerrechtliche Besonderheiten zu beachten.

2 Ansatz dem Grunde nach

Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten, die nach den Grundsätzen des § 249 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB gebildet wurden, sind gem. § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG grundsätzlich auch in der Steuerbilanz anzusetzen. Das Steuerrecht kennt allerdings diverse Sonderfälle, die die Übernahme von handelsrechtlich gebildeten Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten ganz bzw. teilweise einschränken.

Für Verpflichtungen, die nur zu erfüllen sind, soweit künftig Einnahmen oder Gewinne anfallen, sind Rückstellungen erst anzusetzen, wenn die Einnahmen oder Gewinne angefallen sind (§ 5 Abs. 2a EStG).