Neuer Chefsache Karriere-Fairness-Index misst Chancengerechtigkeit für Frauen und Männer

dasFiBuWissen-News [ Stand: 06.02.2018 ]
Autor: Online-Redaktion Verlag Dashöfer
Quelle: McKinsey & Company
Zuversicht schlägt Status Quo: Frauen sind in Deutschlands Chefetagen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert - nur 8,3 % der Vorstände der größten deutschen Unternehmen sind von Frauen besetzt. Aber die Zuversicht der Frauen, Karriere zu machen, wächst.

Inzwischen sind 67 Prozent der Frauen, die eine Führungsposition anstreben, zuversichtlich, das auch zu schaffen. Bei den Männern sind allerdings sogar 77 Prozent überzeugt vom eigenen Aufstieg. Diese Zahlen ermittelte ein neuer Index der Initiative Chefsache. Er kombiniert erstmals das aktuelle Geschlechterverhältnis in Führungspositionen aus dem DIW Mangerinnen Barometer mit einer Entwicklungsperspektive. Der Index zeigt auf Basis einer repräsentativen Umfrage des Instituts Civey im Auftrag der Initiative Chefsache, wie Frauen und Männer ihre Karriereaussichten und die entsprechenden Rahmenbedingungen bewerten. Ein Wert von 100 entspricht einem vollständig ausgewogenen Geschlechterverhältnis. Aktuell steht der Index bei 59 Punkten. Denn während die Aussichten mit 86 Punkten vielversprechend sind, ist beim Status Quo mit nur 32 Punkten noch viel zu verbessern.

Bettina Volkens, Personalvortsnad der Deutschen Lufthansa AG: „Es ist falsch, sich ausschließlich mit prozentualen Anteilen von Frauen in Vorständen zu beschäftigen: Entscheidend ist nicht nur, wo wir gerade stehen, sondern ob wir auf dem richtigen Weg zu mehr Gender-Diversity in Führungspositionen sind. Dafür müssen wir auch das Karriereklima in Deutschland betrachten.“ Julia Sperling, Partnerin der Unternehmensberatung McKinsey, ergänzt: „Die Prognose zeigt: Die deutschen Unternehmen haben ein Arbeitsklima geschaffen, in dem die Mehrheit der Frauen positiv gestimmt ist und sich die Rahmenbedingungen zwischen Männern und Frauen kaum noch unterscheiden.“

Der Index zeigt auch, wo die Rahmenbedingungen noch verbessert werden können. Beispielsweise sind sich Männer und Frauen fast einig, dass räumlich und zeitlich flexibles Arbeiten der Karriere schadet (57% der Frauen, 55% der Männer). Unter Vorurteilen leiden Frauen (32%) deutlich häufiger als Männer (16%). Beide, Männer und Frauen, wünschen sich mehr Förderung im konkreten Arbeitsumfeld. „Ohne systematisches Talentmanagement vergeben wir viel Potential. Wenn mehr strategisch gefördert wird, dann kommt das insbesondere den Frauen zugute“, so Julia Sperling.