_is_locked _is_guaranted

IAS/IFRS und HGB im Vergleich - ein Überblick (Teil 4)

Bilanzierung [ Stand: 13.08.2018 ]
Autor: Sabine Wienke
Quelle: Verlag Dashöfer GmbH
In dieser Reihe geht Expertin Sabine Wienke auf die unterschiedlichen Rechnungslegungen nach IFRS und HGB ein und stellt sie im Vergleich gegenüber. In Teil 4: Latente Steuern.

3 Latente Steuern

Latente Steuern nach HGB

Die wenigen Vermögensgegenstände und Vermögenswerte, die bis hierhin betrachtet wurden, führen ggf. schon zu Abweichungen zwischen Handelsbilanz und IAS/IFRS- Bilanz, so dass zwingend auch die latenten Steuern betrachtet werden müssen.

Handelsrechtlich besteht eine Passivierungspflicht für latente Steuern (§ 274 Abs. 1 Satz 1 HGB).

In diesen Fällen weicht der handelsrechtliche Wertansatz von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten vom steuerlichen Wertansatz ab und

  • diese Abweichung baut sich in zukünftigen Geschäftsjahren voraussichtlich wieder ab und

  • führt insgesamt zu einer Steuerbelastung (§ 274 Abs. 1 Satz 1 HGB).

Führt die sich insgesamt ergebene Abweichung zu einer Steuerentlastung, besteht ein Aktivierungswahlrecht für latente Steuern (§ 274 Abs. 1 Satz 2 HGB).

Anstatt eines saldierten Ausweises der Steuerentlastung bzw. Steuerbelastung, der sich aus der gesamten Abweichung ergibt, kann auch ein unsaldierter Ausweis der Steuerentlastung als aktive latente Steuern und der Steuerbelastung als passive latente Steuern gewählt werden (

§ 274 – Latente Steuern
(1) Bestehen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, so ist eine sich daraus insgesamt ergebende Steuerbelastung als passive latente Steuern (§ 266 Abs. 3 E.) in der Bilanz anzusetzen. Eine sich daraus insgesamt ergebende Steuerentlastung kann als aktive latente Steuern (§ 266 Abs. 2 D.) in der Bilanz angesetzt werden. Die sich ergebende Steuerbe- und die sich ergebende Steuerentlastung können auch unverrechnet angesetzt werden. Steuerliche Verlustvorträge sind bei der Berechnung aktiver latenter Steuern in Höhe der innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erwartenden Verlustverrechnung zu berücksichtigen.
(2) Die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung sind mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen zu bewerten und nicht abzuzinsen. Die ausgewiesenen Posten sind aufzulösen, sobald die Steuerbe- oder -entlastung eintritt oder mit ihr nicht mehr zu rechnen ist. Der Aufwand oder Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern ist in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“ auszuweisen.

Sie möchten weiterlesen?

Loggen Sie sich mit Ihrem Premium-Account ein oder erhalten Sie jetzt freien Tageszugang mit der Bestellung unseres wöchentlichen Newsletters!

Jetzt gratis weiterlesen!
  • Zugriff auf alle Premium-Artikel der Seite!
  • Keine Kündigung erforderlich (Premium-Zugang endet automatisch)
  • Gratis und unverbindlich!
  • Zusätzlicher Fach-Newsletter für 0,00 €