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IAS/IFRS und HGB im Vergleich - ein Überblick (Teil 1)

Bilanzierung [ Stand: 03.08.2018 ]
Autor: Sabine Wienke
Quelle: Verlag Dashöfer GmbH
In dieser Reihe geht Expertin Sabine Wienke auf die unterschiedlichen Rechnungslegungen nach IFRS und HGB ein und stellt sie im Vergleich gegenüber.

Einführung

Im Folgenden wird ein erster Überblick über die IAS/IFRS anhand eines Abschlusses nach IAS/IFRS im Vergleich zum Jahresabschluss nach HGB dargestellt. Dieser Überblick hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll lediglich einen ersten Überblick bieten, um somit einen Eindruck der Unterschiede zu vermitteln.

Als Annahme wird daher von einer kleinen Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 1 HGB mit Sitz in Deutschland ausgegangen, die keinerlei Anteile an anderen Unternehmen hält. Auf diese Weise können die wesentlichsten Bilanzposten dargestellt werden, die grds. erwartet werden können, wohl wissend, dass diese nicht vollständig sind. Der Fokus ist dabei primär auf den möglichen Abweichungen zwischen HGB und IAS/IFRS.

Es wird ferner angenommen, dass der Abschluss für das Geschäftsjahr ab den 01. Januar 2018 aufgestellt wird.

Umfang, Darstellung und Währung

1 Umfang

Umfang des Jahresabschlusses nach HGB

Der handelsrechtliche Jahresabschluss einer Kapitalgesellschaft besteht gem. § 264 Abs. 1 Satz 1 HGB i. V. m. § 242 Abs. 3 HGB grundsätzlich aus

§ 264 – Pflicht zur Aufstellung
(1) Die gesetzlichen Vertreter einer Kapitalgesellschaft haben den Jahresabschluß (§ 242) um einen Anhang zu erweitern, der mit der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung eine Einheit bildet, sowie einen Lagebericht aufzustellen. Die gesetzlichen Vertreter einer kapitalmarktorientierten Kapitalgesellschaft, die nicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet ist, haben den Jahresabschluss um eine Kapitalflussrechnung und einen Eigenkapitalspiegel zu erweitern, die mit der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und dem Anhang eine Einheit bilden; sie können den Jahresabschluss um eine Segmentberichterstattung erweitern. Der Jahresabschluß und der Lagebericht sind von den gesetzlichen Vertretern in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahrs für das vergangene Geschäftsjahr aufzustellen. Kleine Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 1) brauchen den Lagebericht nicht aufzustellen; sie dürfen den Jahresabschluß auch später aufstellen, wenn dies einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entspricht, jedoch innerhalb der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres.
(2) Der Jahresabschluß der Kapitalgesellschaft hat unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kapitalgesellschaft zu vermitteln. Führen besondere Umstände dazu, daß der Jahresabschluß ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild im Sinne des Satzes 1 nicht vermittelt, so sind im Anhang zusätzliche Angaben zu machen. Die gesetzlichen Vertreter einer Kapitalgesellschaft, die Inlandsemittent im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapierhandelsgesetzes und keine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 327a ist, haben bei der Unterzeichnung schriftlich zu versichern, dass nach besten Wissen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild im Sinne des Satzes 1 vermittelt oder der Anhang Angaben nach Satz 2 enthält.
(3) Eine Kapitalgesellschaft, die Tochterunternehmen eines nach § 290 zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichteten Mutterunternehmens ist, braucht die Vorschriften dieses Unterabschnitts und des Dritten und Vierten Unterabschnitts dieses Abschnitts nicht anzuwenden, wenn
1
alle Gesellschafter des Tochterunternehmens der Befreiung für das jeweilige Geschäftsjahr zugestimmt haben und der Beschluß nach § 325 offengelegt worden ist,
2
das Mutterunternehmen zur Verlustübernahme nach § 302 des Aktiengesetzes verpflichtet ist oder eine solche Verpflichtung freiwillig übernommen hat und diese Erklärung nach § 325 offengelegt worden ist,
3
das Tochterunternehmen in den Konzernabschluss nach den Vorschriften dieses Abschnitts einbezogen worden ist und
4
die Befreiung des Tochterunternehmens
a)
im Anhang des von dem Mutterunternehmen aufgestellten und nach § 325 durch Einreichung beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers offen gelegten Konzernabschlusses angegeben und
b)
zusätzlich im elektronischen Bundesanzeiger für das Tochterunternehmen unter Bezugnahme auf diese Vorschrift und unter Angabe des Mutterunternehmens mitgeteilt worden ist.
(4) Absatz 3 ist auf Kapitalgesellschaften, die Tochterunternehmen eines nach § 11 des Publizitätsgesetzes zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichteten Mutterunternehmens sind, entsprechend anzuwenden, soweit in diesem Konzernabschluss von dem Wahlrecht des § 13 Abs. 3 Satz 1 des Publizitätsgesetzes nicht Gebrauch gemacht worden ist.

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