Gründer mit Migrationshintergrund schaffen 50.000 neue Jobs

dasFiBuWissen-News [ Stand: 14.09.2015 ]
Autor: Online-Redaktion Verlag Dashöfer
Quelle: DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.
Foto: vergleichen-und-verdienen.de / www.pixelio.de
Fast jeder fünfte Gründungsinteressierte, der sich bei seiner Industrie- und Handelskammer (IHK) beraten lässt, hat ausländische Wurzeln. Das ermittelte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in einer Sonderauswertung seines diesjährigen Gründerreports.

"Der Anteil der Existenzgründer mit Migrationshintergrund wächst – ein Trend, den wir seit Jahren beobachten", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der "Bild am Sonntag". "Wir rechnen 2015 mit rund 50.000 zusätzlichen Stellen durch solche Neugründungen."

Viele Menschen mit ausländischen Wurzeln sähen im eigenen Unternehmen eine Chance, aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen, berichtete Schweitzer. "Wir beobachten in dieser Gruppe zugleich einen besonders ausgeprägten Unternehmergeist. Wer seine Zelte in der alten Heimat abbricht, nimmt sein Schicksal in die eigenen Hände, sucht nach neuen Wegen. Dieser 'Spirit' wird oft auch an die nächsten Generationen weitergegeben."

In Anbetracht der wachsenden Zahl von Zuwanderern und Asylbewerbern sei dies ein Hoffnungsschimmer, betonte der DIHK-Präsident. Denn insgesamt gehe die Zahl der Existenzgründungen seit Jahren zurück; mittlerweile befinde sie sich auf einem Rekordtief.

Nachholbedarf sehen die IHKs laut Schweitzer "vor allem bei verhandlungssicheren Deutschkenntnissen". Daher, so seine Forderung, "sollten Bund und Länder insbesondere ihr Angebot an Sprachkursen auch für Selbstständige verbessern". Darüber hinaus gelte es, das gesamte Zuwanderungsverfahren bis zur Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit zu vereinfachen – etwa durch konsequenten Ausbau von E-Government-Angeboten.