ETAF-Auftaktkonferenz "Europe's tax agenda for the future"

dasFiBuWissen-News [ Stand: 04.10.2016 ]
Autor: Online-Redaktion Verlag Dashöfer
Quelle: Bundessteuerberaterkammer
Die im Januar 2016 von der BStBK mitgegründete europäische Steuerberaterorganisation „European Tax Adviser Federation - ETAF”, die unter ihrem Dach mehr als 230.000 Vertreter der steuerberatenden Berufe aus Deutschland, Frankreich und Italien vereint, hat am 28. September 2016 mit ihrer Auftaktkonferenz „Europe’s tax agenda for the future“ erstmals einem breiten internationalen Fachpublikum vorgestellt.

Die BStBK engagiert sich in der ETAF, um dem steuerberatenden Beruf eine starke Stimme in Europa zu geben und wird mit ihrem Vizepräsidenten Volker Kaiser im Vorstand der ETAF vertreten. Die Auftaktkonferenz fand im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung zum Jahreskongress der französischen ETAF-Mitgliedsorganisation, dem „ Conseil Supérieur de l’Ordre des Experts-Comptables – CSOEC“, statt, an dem rund 5.000 Berufsangehörige aus Europa und Übersee teilnahmen.

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten der ETAF, Philippe Arraou, und der Eröffnungsrede durch Guy Verhofstadt, dem Vorsitzenden der liberalen ALDE-Fraktion im Europäischen Parlament, führte der Direktor des Zentrums für Steuerpolitik und -verwaltung der OECD, Pascal Saint-Amans, per Video-Botschaft in die Diskussionsrunde ein. Im Anschluss diskutierten Spitzenvertreter aus Kommission, Europäischem Parlament, OECD und dem Internationalen Steuerzentrum am Bayerischen Finanzministerium die steuerpolitischen Prioritäten der Europäischen Union für die kommenden Jahre. Dabei wurden auch Fragen der Besteuerung der digitalen Wirtschaft behandelt, ein Thema, das für die Zukunft der Steuerberatung von großer Bedeutung ist.

In einem anschließenden Roundtable erklärten die Vorstandsmitglieder der ETAF, warum die Gründung einer starken europäischen Steuerberaterorganisation unerlässlich war. Sie diskutierten Wege, wie die bestmögliche Qualität in der Steuerberatung europaweit gewährleistet werden kann und legten dar, welchen Nutzen die beruflichen Regelungen in den Mitgliedstaaten, in denen sie bereits bestehen, für die Verbraucher und den Staat bringen. BStBK-Vizepräsident Volker Kaiser sagte anlässlich der Konferenz:

„Viele „Berater“ in Europa arbeiten außerhalb jeglichen Rechtsrahmens und ohne berufsrechtliche Vorgaben, da der Beruf nicht in allen Mitgliedstaaten reguliert ist. Die Skandale um Luxleaks und die sog. Panama-Papers haben gezeigt, dass hier dringend Nachholbedarf besteht. ETAF hat sich die Aufgabe gestellt, diesem Mangel abzuhelfen.“

Steuerkommissar Pierre Moscovici bekräftigte die Entschlossenheit der Europäischen Kommission im Kampf gegen Steuerumgehung und Steuerhinterziehung. Er kündigte für Oktober 2016 einen neuen Vorschlag für die Einführung der Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage (GKKB) in einem zweistufigen Verfahren an.