Deutschland droht in Digitalisierung und Innovation zurückzufallen

dasFiBuWissen-News [ Stand: 12.06.2018 ]
Autor: Online-Redaktion Verlag Dashöfer
Quelle: Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI)
Bis heute fehlt ein flächendeckend schnelles Internet. Die deutsche Industrie muss in den Gesprächen zu möglichen 5G-Anwendungen und Ausbaukapazitäten frühzeitig einbezogen werden.

„Deutschland droht im internationalen Standortwettbewerb um die Vorreiterrolle in Digitalisierung und Innovation zurückzufallen. Die Uhr tickt.“ Das sagte Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) anlässlich der Eröffnung der CEBIT in Hannover. „Seit drei Legislaturperioden verspricht die Bundesregierung schnelles Internet und verpasst jedes Mal ihr selbst gesetztes Ziel. So fehlt bis heute ein flächendeckend schnelles Internet“, kritisierte der BDI-Präsident.

Die deutsche Industrie müsse in den Gesprächen zu möglichen 5G-Anwendungen und Ausbaukapazitäten frühzeitig einbezogen werden, forderte Kempf. Wichtig sei mehr Tempo im neuen Mobilfunkstandard 5G. „Die Verzögerung der Frequenzversteigerung für 5G verbaut den Unternehmen den Vorsprung gegenüber anderen Ländern wie China oder Korea.“ Umso mehr komme es nun darauf an, dass der geplante Mobilfunkgipfel schleunigst konkrete Lösungskonzepte für eine weitgehende Versorgung liefere.

Besonders in der Cybersicherheit sei eine stärkere internationale Zusammenarbeit geboten, verlangte der BDI-Präsident. Der deutschen Wirtschaft entstehe durch Spionage, Sabotage und Diebstahl im Jahr ein Schaden von rund 55 Milliarden Euro. „Die Bundesregierung muss ihre Bemühungen zur Cybersicherheit verstärken. Die Exportnation Deutschland ist auf weltweit anerkannte Standards und Regeln in der Cybersicherheit angewiesen“, unterstrich Kempf.

Außerdem müsse die Politik digitale Innovationen vorantreiben. „Deutschland braucht mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung, um junge Technologien wie Blockchain oder Deep Learning zu fördern“, sagte der BDI-Präsident.

Das Niveau privater Investitionen in Künstliche Intelligenz liege in Europa bei 2,4 Milliarden Euro – in Nordamerika sei es fünf bis sechs Mal höher, erklärte Kempf. Dafür seien international bewährte Instrumente wie eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung genauso erforderlich wie neue Konzepte zur Förderung von Sprunginnovationen.