Deflationssorgen übertrieben

dasFiBuWissen-News [ Stand: 21.04.2015 ]
Autor: Online-Redaktion Verlag Dashöfer
Quelle: Deutscher Sparkassen- und Giroverband
Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe schätzen die Deflationsgefahr im Euroraum als relativ gering ein.

Im Euroraum besteht derzeit kaum eine Deflationsgefahr. Dies ist eine Kernaussage eines aktuellen Positionspapiers, das die Chefvolkswirte der Landesbanken und des DSGV heute in Berlin veröffentlicht haben. „Bereits die aktuellen Zahlen zur Preisentwicklung im Euroraum und in Deutschland sprechen gegen wirklich deflationäre Tendenzen, vor allem wenn zusätzlich auch die Entwicklung der Energiepreise mit berücksichtigt wird“, so Dr. Michael Wolgast, Chefvolkswirt des DSGV. In den nächsten Monaten sei zudem mit einer weiteren Normalisierung der Preisentwicklung zu rechnen. Die Erwartungen zur Preisentwicklung seien außerdem weiter nach oben gerichtet, und die gegenwärtige Entwicklung sei auch Ausdruck notwendiger Anpassungsprozesse in einzelnen Mitgliedsländern des Euroraums.

„Ein leichter Rückgang des Preisniveaus muss außerdem nicht zwangsläufig Wachstum und Beschäftigung negativ beeinflussen“, stellt Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, heraus, der die gemeinsame Positionierung der Chefvolkswirte mit vorbereitet hatte. Allerdings sei eine höhere Inflationsrate im Kontext der gegenwärtigen Krise des Euroraums durchaus wünschenswert, um die anliegenden Probleme zu bewältigen.

Die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe sehen in erster Linie jedoch die Wirtschaftspolitik in der Verantwortung, durch weitere Reformen die wirtschaftliche Schwächephase im Euroraum zu überwinden. Höhere Preissteigerungsraten würden sich dann von selbst einstellen. Diese mit geldpolitischen Maßnahmen erzwingen zu wollen berge dagegen die Gefahr, auf lange Sicht die Stabilität des europäischen Finanzsystems zu gefährden. „Unabsehbare gesellschaftliche Rückwirkungen sind zu befürchten, sollte diese Stabilität einmal verloren gehen“, heißt es in dem Positionspapier.

Unterzeichner der Studie sind neben Wolgast und Kater Uwe Burkert, Landesbank Baden-Württemberg, Uwe Dürkop, Berliner Sparkasse, Folker Hellmeyer, Bremer Landesbank, Dr. Jürgen Michels, BayernLB, Dr. Cyrus de la Rubia, HSH Nordbank, Dr. Gertrud Traud, Helaba, und Dr. Torsten Windels, Nord/LB.