Betriebsprüfung: Was ist Monetary Unit Sampling?

dasFiBuWissen-News [ Stand: 12.03.2019 ]
Autor: Online-Redaktion Verlag Dashöfer
Quelle: Verlag Dashöfer GmbH
In der Wirtschaftsprüfung ist es schon weit verbreitet und wird zur Prüfung großer digitaler Datenmengen genutzt: Monetary Unit Sampling (MUS). Doch auch die Betriebsprüfung muss umfangreiche Datenmengen prüfen und wird deshalb zukünftig vermehrt auf das Verfahren der mathematisch-statistischen Stichproben zurückgreifen. Doch was steckt genau dahinter?

In der Wirtschaftsprüfung ist das MUS schon lange ein Standardverfahren. Auch das Finanzamt in den Niederlanden nutzt das Verfahren schon seit 2007 um eine objetivierbare Prüfung auch bei Großbetrieben durchzuführen. Das Bundesfinanzministerium wies schließlich in seinem Schreiben vom 09. Mai 2017 auf die erwarteten Vorteile eines solchen mathematisch-statistischen Verfahrens hin:

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Prüfungsschwerpunkte und Verfahrens­dokumentation aus Sicht eines Betriebsprüfers

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"Umfangreiche digitale Datenmengen in großen Unternehmen können mit den bisherigen Methoden nur eingeschränkt auf ihre Ordnungsmäßigkeit überprüft werden. In der Wirtschaftsprüfung ist deshalb ein Verfahren verbreitet, mit dem großen Datenmengen bei kleiner Fehlererwartung effizient risikobewertet werden können: Monetary Unit Sampling (MUS). Die rheinland-pfälzische Betriebsprüfung hat sich im Zuge eines Pilotprojekts intensiv mit dem technischen Einsatz des Verfahrens sowie der verfahrensrechtlichen Einordnung auseinandergesetzt."

Und auch die rheinland-pfälzische Betriebsprüfung kam offenbar zu dem Schluss, dass ein mathematisch-statistisches Verfahren angesichts der steigenden Datenmengen zumindest bei der Prüfung von Großbetrieben für alle Seiten von Vorteil ist – denn eine Vollprüfung ist bei einer solch großen Datenmenge nicht mehr möglich, weshalb auch die Prüfungsergebnisse unsicher sind. Genau das wird jedoch mit einem mathematisch-statistischen und objektivierbaren Verfahren wie dem MUS behoben.

Beim Monetary Unit Sampling werden stichprobenartig Prüfungen in der zu prüfenden Datenmenge vorgenommen, wobei die Auswahl der Prüfungspositionen zufällig erfolgt und jeder Beleg und jede Geldeinheit die gleiche Chance auf Prüfung hat. Die Ergebnisse dieser Prüfungen können dann zu Hochrechnungen genutzt bzw. die daraus gewonnenen Hypothesen einer genaueren Untersuchung durch den Prüfer unterzogen werden. Auf diese Weise kann eine garantiert objektive Prüfung auch bei riesigen Datenmengen gewährleistet werden.

Was mit dem MUS genau auf Sie zukommt, können Sie zum Beispiel im Rahmen unseres Seminars Aktuelle Brennpunkte in der Betriebsprüfung erfahren, in dem Betriebsprüfer Volker Hartmann