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Anschaffungsnahe Herstellungskosten bei Gebäuden - Teil 1

Bilanzierung [ Stand: 28.06.2018 ]
Autor: Udo Cremer
Quelle: Verlag Dashöfer GmbH
Experte Udo Cremer zur Frage, ob es sich bei Gebäuden um Erhaltungsaufwand oder nachträgliche Herstellungskosten handelt. In Teil 1 aus handelsrechtlicher Perspektive.

Vor allem bei Gebäuden kommt es zwischen der Finanzverwaltung und dem Steuerpflichtigen häufig zum Streit darüber, ob sofort abzugsfähiger Erhaltungsaufwand vorliegt oder ob es sich um nachträgliche Herstellungskosten handelt, die sich erst in den Folgejahren für die AfA gewinnmindernd auswirken.

Handelsrecht

1 Ansatz dem Grunde nach

Grundsätzlich hat der Jahresabschluss sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten sowie Aufwendungen und Erträge zu enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. In diesem Zusammenhang sind Aufwendungen des Geschäftsjahrs unabhängig vom Zeitpunkt der entsprechenden Zahlung im Jahresabschluss zu berücksichtigen, entweder in voller Höhe als sofort abzugsfähige Betriebsausgabe oder über die Abschreibung verteilt über mehrere Jahre.

2 Ansatz der Höhe nach

Gebäude sind höchstens mit Herstellungskosten, vermindert um die Abschreibungen nach § 253 Abs. 3 bis 5 HGB, anzusetzen. Als Herstellungskosten sind gem. § 255 Abs. 2 HGB die Aufwendungen definiert, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen. Dazu gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Darüber hinaus dürfen auch angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung einbezogen werden, soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen, in die Berechnung der Herstellungskosten einbezogen werden.

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